Katja dann doch!
9. Februar 2012Um 21:29 Uhr, da lief das Viertelfinale bereits eine Stunde und 14 Minuten, sprach Thomas D von ihr in der Vergangenheitsform. Um ein Urteil zu Katja gebeten, sprach er von ihr wie von einer Hingeblichenen, also von einer, die für den weiteren Verlauf der Dinge im Hinblick auf Baku keine Rolle spielen würde. Ja, und so geschah’s auch wirklich.
Katja, nach einem intensiven Kopf-an-Kopf-an-Kopf-Kopf-an-Kopf-Rennen, schied mit gleicher Prozentzahl wie jene, die auch Shelly auf sich vereinen konnte, aus. Nun ja. Ich fand sowieso, dass die Blitztabelle einige Verläufe nahm, die an Manipulation vielleicht nicht gemahnte, aber skeptisch stimmte.

Denn Katja, die nach ihrem Vortrag ersichtlich nicht an die anderen vier Kandidierenden heranreichte, rauschte plötzlich eine Viertelstunde nach Thomas Ds mündlichem Begräbnis die Prozentkurve bei ihr heftig so sehr nach oben, dass sie plötzlich an der Spitze lag.
Kann das wahrhaftig gewesen sein? Oder ist die Fanbase von Katja ganz Brandenburg plus alle Ostbezirke von Berlin, die obendrein noch alle zeitgleich anriefen?
Es bleibt rätselhaft.
Ansonsten alles wie immer: Roman wurde von allen JurorInnen gelobt, heftig gepriesen und eigentlich schon nach Baku delegiert behandelt. Aber er sang und performte heute auch exzellent; ebenso wie im übrigen auch Katja in ihrem zweiten Lied. Yana allerdings blieb fahl und eher unauffällig. Seltsam, dass sie immer noch so hoch gehandelt wird: Möglich, dass das Publikum in der nächsten Sendung doch genug hat von dieser immergleichen Ästhetik dieser jungen Frau, die Rock so gern singt und irgendwie doch nie die ganz große Röhre raushängen lässt.
Und Shelly? Eine Kämpferin. Schade, dass sie nicht das Volumen in der Stimme hat wie Eartha Kitt oder wenigstens eine Backgroundsängerin von Gladys Knight. Tolle Showfrau. Ich wünschte, selbst wenn sie nicht gewänne, Thomas D würde für sie HipHop-Choräle erfinden und sie als Real Voice of Germany promoten.
Denn, nicht wahr, an einem Sieg an Roman kommenden Donnerstag kann kaum gezweifelt werden. Was ihn von Max Mutzke unterscheidet? Wissen Sie’s?









Jan Feddersen verfolgt den ESC seit seiner Kindheit. In Hamburg geboren und aufgewachsen, sah er dort seinen ersten Grand Prix. Er hat unzählige Entscheidungen vor dem Fernseher verfolgt, seit vielen Jahren reist er zum Finale des Eurovision Song Contest, um von dort zu berichten und zu bloggen.