Häme? Braucht kein Mensch!
12. Februar 2012Im Freundeskreis spendete man mir Mitleid. Gerade waren die Quoten für “Unser Star für Baku” bekanntgeworden, und zwar die jener Folge, die in der ARD lief. 1,99 Millionen Menschen schauten zu, das kam einem Marktanteil von 6,3 Prozent in der Tat einer vollpfostigen Enttäuschung nah.

Ich versuchte zu beschwichtigen, und je länger ich darüber nachdenke, geht mir jede Art der Selbsttröstung aber ab: Was würde eine vierfache Publikumsmenge nützen, wenn es nur Volksmusikalisches zu gehören gegeben hätte? So viele Männer und Frauen gucken in der ARD sonst nie so modernes Zeugs – und Raab würde kalauern: “Der Moik, Moik, Moik, / nimmt immer so’n geiles Zoig”.
Jedenfalls gab Thomas Schreiber, ARD-Unterhaltungskoordinator zu Protokoll: “Auch wenn die Zuschauerzahlen von Donnerstagabend keinen Anlass zu Freudensprüngen geben, gilt die alte Sportlerweisheit: Bilanz gezogen wird am Schluss. Jetzt warten wir erst einmal Halbfinale und Finale von ‘Unser Star für Baku’ ab: Welche Sängerin oder welchen Sänger schicken die Zuschauer mit welchem Song in die aserbaidschanische Hauptstadt? Wenn unser Siegertitel ein Hit wird, wissen wir, dass alles möglich ist. Die große Entscheidung findet am 26. Mai im Ersten statt, wenn die Zuschauer Europas beim Eurovision Song Contest über unseren Beitrag abstimmen.”
Und nichts könnte richtiger sein: So sehr auch “DSDS” oder “Voice of Germany” für den Moment mehr Popularität genießen – so doll wird man dann im Mai in Aserbaidschan sehen, dass die Quoten alle zugunsten der ARD ausfallen.
Ich finde, alles in allem, schade, dass nicht mehr “Unser Star für Baku” am Donnerstag gesehen haben: Es war eine gute Show – und alle, auch Katja, haben alles gegeben, um nicht auszuscheiden. Und: Ornella und Roman und Shelly waren für mich besonders gut, so aus der Erinnerung notiert.
Montagabend geht es also weiter bei ProSieben, es geht um den Einzug ins Finale. Zwei müssen die Show verlassen – und ich würde sagen, Roman schafft es bis zum Donnerstag … aber welche Konkurrentin ihm zur Seite stehen wird, ist doch ziemlich offen. Ich würde sagen: Yana hat die besten Karten, sie hat eine treue Fanbase. Shelly und Ornella allerdings sind nicht chancenlos, natürlich nicht. Das könnte die Pointe des Abends werden: Roman und Ornella im Finale – und Yana, die Dauerspitzenfavoritin, bliebe auf der Strecke. Man wird sehen!
P.S.: Die maue Quote gibt immerhin einen Hinweis: Man könnte sich für das nächste Jahr wirklich überlegen, gewisse Veränderungen einzuführen. In der Jury, im Casting, in der Auswahl. Aber das ist Schnee von übermorgen. Noch!









Jan Feddersen verfolgt den ESC seit seiner Kindheit. In Hamburg geboren und aufgewachsen, sah er dort seinen ersten Grand Prix. Er hat unzählige Entscheidungen vor dem Fernseher verfolgt, seit vielen Jahren reist er zum Finale des Eurovision Song Contest, um von dort zu berichten und zu bloggen.