Warum schweigt die EBU?

22. Mai 2013

Nach dem Song Contest in Malmö hätte es so viele schöne Meldungen geben sollen - so wünschte es sich zumindest die European Broadcasting Union (EBU). Zum Beispiel die Meldung, dass der Malmöer ESC wieder ein spektakuläres Fest gewesen sei – bis nach Australien habe man die Familie des Musikalischen spannen können. Und dann der Erfolg bei den Quoten (das ist er wirklich) und auch bei den SMS-Zahlen … Nur gute Nachrichten wollte man mitteilen. Aber es kam anders: Der Norweger Jan Ola Sand, Exekutivdirektor des ESC innerhalb der EBU, musste sich nach dem Musikwettbewerb vor allem mit einem möglicherweise noch größer werdenden Skandal auseinandersetzen, nämlich dem Vorwurf, das Televoting sei manipuliert worden. Man reagierte dabei auch auf Berichte der BBC. Selbstverständlich kamen die ersten fassbareren Hinweise von ESC-Fans und Journalisten. Manchmal hört die EBU eben doch auf die Graswurzelarbeiter im Weinberg der Eurovision.

Aserbaidschan belegte in Malmö den 2. Platz. Ging alles mit rechten Dingen zu?

Kurz gefasst (auch auf “Spiegel Online“): In einem heimlich gefertigen Videomitschnitt einer litauischen TV-Gesellschaft soll dokumentiert sein, wie aserbaidschanische Mittler versuchen, Televotingstimmen zu kaufen, in diesem Fall im südlichsten Land des Baltikums. Hier ist das auf YouTube auffindbare Stück. Da schließt sich gleich meine Frage an: Kennt jemand irgendeine der handelnden Personen? Als aserbaidschanische TV-Funktionäre, als solche aus Vilnius, Litauen? Oder gar, man weiß es ja nie: als Schauspieler, die Aserbaidschaner und Litauer spielen? Sachdienliche Hinweise gerne an uns - und am besten auch gleich an eurovision.tv zu Händen von Jan Ola Sand.

Tatsächlich gibt es seit Jahren in der ESC-Szene eine Fülle von Gerüchten, die sich um Stimmenkäufe und so weiter drehen. In Malmö erzählte mir ein befreundeter Journalist aus Israel, es gebe doch viele Beweise für Käufe von Televotingstimmen und sogar auch der Gunst von Jurymitgliedern. Im Falle des aserbaidschanischen Performers Farid Mammadov scheint es mir zunächst so: Sein Beitrag und auch der aus der Ukraine sind von modernster Machart. In jedem Ton ihrer Arrangements wird der Anspruch deutlich, global in Radios gespielt zu werden. Dass Ictimai TV, Aserbaidschans TV-Sender, nach dem ESC in Baku 2012 seine Ansprüche auf überlokale Bedeutung aufrecht erhält - wen wundert das denn?

Natürlich macht man weiter, genau wie die TV-Anstalten Russlands: Man will doch Internationalität herzeigen. Weshalb sonst werden gerade von exsozialistischen Ländern mit autokratischen, oligarchischen Strukturen Komponisten- und Texterteams aus dem “Westen”, besonders gern aus Schweden eingekauft - es soll doch nicht hinterwäldlerisch klingen! In der ZDF Show “Markus Lanz” taucht (ab Minute 53:20) etwas davon auf: Skandinavisches geht immer! Insgesamt hat den Fall des möglichen Stimmenkaufs der Prinzblog ziemlich gut aufgedröselt. Was hier geschrieben ist, deutet zumindest die Möglichkeit von obskuren Votings an. In den ESC-Foren werden andere Ungereimtheiten aufgezählt. Warum gibt Aserbaidschan Russland keinen Punkt, obwohl es in der Jury von Baku starke Zustimmung für Dina Garipova gab - und woher wissen das die Leute in Moskau überhaupt?

Ein Aspekt bleibt unbeleuchtet, in allen Beiträgen: Generell gilt ja angeblich die 50/50-Regel. Das heißt: Die eine Hälfte des Stimmengewichts kommt über das Televoting (SMS, Anrufe, App-Klicks) zustande, die andere über eine Jury. Davon abgesehen, dass eine aserbaidschanische oder weißrussische Jury nicht unabhängig sein kann - es sind nun mal autokratische, diktatorische Regime - hat die EBU aber bestimmt, dass das Televotingresultat nur zählt, wenn genügend Stimmen zustande gekommen sind. In Monaco rief vor ein paar Jahren - ein Extremfall - kein einziger beim ESC-Televoting an: Und dann zählte nur die Jury. In welchen Ländern also nur die Jurywertung zur Geltung kamen, dazu schweigt die EBU ebenso wie zu der Frage, wie hoch ein Televotinganteil sein muss, damit er in ein 50/50-Resultat einfließen kann.

Sietse Bakker, Event Supervisor für den ESC bei der EBU, Direktor und Sprecher des Projekts, teilte eurovision.de mit: “We do not reveal the so-called televoting threshold, to avoid people in the future abusing this information to make attempts to influence the televoting in certain countries.” Heißt: Um direkte Manipulationen zu vermeiden, geben wir kein Limit bekannt – weder im Hinblick auf die Zahl der Televoter noch auf die der Länder, die mangels Televotinganzahl als ihr Resultat ein reines Juryergebnis vortrugen. Er sollte es dringend mit aufklären helfen. Denn wie sagte er eurovision.de noch vor dem Song Contest: “Wir dürfen nicht bequem werden”  - sonst zerstört sich der ESC durch Korruptionsfälle so sehr wie der Radsport durch vertuschte Dopingpraxen. Das ist irgendwie verständlich, andererseits auch nicht. Das Televoting läuft seit vielen Jahren über eine Kölner Firma namens Digame, sie lässt ihre Ergebnisse von einer international renommierten Firma prüfen. Alle Televotingresultate sind zuerst Digame bekannt, dann erst den einzelnen Ländern. Wie also Korruption mit SIM-Karten genau funktioniren könnte, erschließt sich nicht so recht.

Tatsache ist: Korruption gab es in den frühen Neunzigern gerüchteweise auch schon: Malta, Kroatien, die Slowakei und Zypern sollen daran beteiligt gewesen sein. Das war vor den elektronischen Zeiten, als es noch persönlich bestellte Jurymitgliedschaften gab. So sorgte beispielsweise in Malta der Intendant des Senders persönlich dafür, wer in der Jury von La Valetta saß. Auch darf inzwischen als sicher gelten, dass Massiels Sieg 1968 auf stimmengedopte Art stattfand. Das rechte Franco-Regime wollte den ESC aus Prestigegründen und man kaufte für diesen Zweck internationale Künstler wie den Deutschen, damals in Acapulco ansässigen Arrangeur und Komponisten Bert Kaempfert ein. Hier geht’s zum Video. Man sieht, Aserbaidschans Strategien - falls es sich um solche handelt - hatten Vorläufer im heute demokratisch geläuterten “Westen”. Was wir uns jetzt wünschen, sind Antworten auf die ungeklärten Fragen zum Song Contest in Malmö!

Amnesty macht mobil

3. April 2012

Das schrieb die renommierte Menschenrechtsorganisation Amnesty International über ihren Pressedienst in alle Welt: “Genau vor einem Jahr nahm die Polizei in Baku Dutzende friedliche Demonstranten fest, die sich über Facebook zu Protesten verabredet hatten. Bis heute sind 14 von ihnen in Haft. Deshalb startet Amnesty über Facebook und Twitter eine Kampagne, um ihre Freilassung zu erreichen und sich für Meinungsfreiheit in Aserbaidschan einzusetzen.” Das finde ich gut. Aber dass ich das ziemlich verdienstvoll finde, menschenrechtlich Kritik zu üben – gerade weil Aserbaidschan sonst nicht so im Mittelpunkt unserer Aufmerksamkeit steht: Nützt das irgendwem?

Ich schätze nicht. So wie Stimmen, die in der Öffentlichkeit nicht mindestens das Gewicht von Popstars haben, eben eher verrauschen als dass sie einen tieferen Eindruck hinterlassen könnten, selbst wenn sie wollten. Aber Amnesty International hat eine Menge geeignete Supporter für die Kampagne gefunden, und die prominenteste in Großbritannien, wo die Zentrale der Organisation sitzt, ist eindeutig Sandie Shaw. Sie, die legendäre “Puppet On A String”-Chanteuse und ESC-Siegerin von 1967 in Wien, erklärte nun, dass sie die Inhaftierung von Demonstranten, die nichts als ihr Recht auf Meinungs- und Demonstrationsfreiheit in Anspruch genommen haben, verurteile. Auch Thomas D ist im Reigen der Stimmen, die protestieren – er sagte schon vor längerem: “Vom Recht, seine Meinung zu sagen, können leider nicht alle Menschen so einfach Gebrauch machen wie wir. In manchen Ländern kann man dafür ins Gefängnis kommen.” Das ist mit diplomatischem Feingefühl formuliert – Thomas D wird in seiner Kritik nicht allzu krass. Mit seinem Aufruf „Jeder soll sagen und singen können, was er will. Gebt Baku eine Stimme!” bewegt er sich immer noch in seinem musikalischen Referenzrahmen. Thomas D will nämlich noch unbehelligt in Baku zwei Wochen arbeiten, am ESC nämlich, da verbietet es auch die Kunst des Zu-Gast-Seins, mehr als konfrontativ zu sein.

Weitere Unterstützer der Amnesty-Kampagne sind Didrik Solli-Tangen (ESC-Kandidat Norwegen 2010), A Friend in London (Dänemark 2011) und die Ukrainerin Aljosha (2010). Sie alle machen mit – und das ist, bei aller Kritik an der wohlfeilen Geste, ziemlich gut und ermutigend und freundlich und echt europäisch. Diese Künstler und Künstlerinnen haben mehr vom Geist des ESC begriffen als viele Fans, denen das Politische zu grell, zu riskant, zu uncool ist.

Marie von Möllendorff, in Deutschland bei Amnesty International zuständig für die Öffentlichkeitsarbeit, sagte gestern zurecht: „Der Veranstalter, die European Broadcasting Union, hat die einmalige Gelegenheit von der Regierung zu fordern, die Meinungsfreiheit zu respektieren – und zwar auch nach dem Wettbewerb, wenn die europäische Öffentlichkeit sich nicht mehr auf Aserbaidschan konzentriert. Oppositionelle in Aserbaidschan leben seit zwanzig Jahren in einer Atmosphäre der Angst. Wenn sie sich nach dem 26. Mai endlich frei äußern könnten, dann wäre das ein echter Erfolg für den Song Contest.“

Ich will nicht naiv sein, niemand sollte Illusionen anhängen – aber Aserbaidschan wird, falls es nicht nochmals gewänne, mit Ablauf der Pfingsttage aus dem öffentlichen Blickfeld geraten – dann werden alle Teilnehmenden von Baku wieder zuhause sein. Aber das steht doch jetzt schon fest: Soviel internationale Solidarität hat die aserbaidschanische Demokratiebewegung (in- und außerhalb der staatlichen Apparate) nie ernten können. Das ist Eurovision im besten Sinne.

Armenien sagt ab – schade!

7. März 2012

Was man schon hätte ahnen können, ist nun auch tatsächlich eingetreten und im ESC-Kontext die Nachricht des Tages: Armenien hat seine Teilnahme am Eurovision Song Contest für dieses Jahr abgesagt. Über die Gründe darf spekuliert werden, sicher ist jedoch, dass ein Grenzvorfall Ende Februar an der Linie zwischen Aserbaidschan und Armenien dazu führte, dass ein armenischer Soldat ums Leben gekommen sein soll. Kurz darauf kursierte in Armenien eine öffentliche Unterschriftenaktion von Künstlern und Intellektuellen, die dafür warb, dass man keinen Act nach Baku schicken solle – denn dort könne nicht für das Wohlergehen der Künstler gesorgt werden. Anfang März sollen zwei aserbaidschanische Soldaten an der Grenze erschossen worden sein, der Waffenstillstand zwischen den beiden verfeindeten Ländern wird immer wieder von Zwischenfällen überschattet.

Nun: Wirklich überraschend kommt diese Stornierung nicht – eher wirkte es bizarr, dass Armenien bis gestern beteuerte, auf jeden Fall dabei sein zu wollen. Das war insofern irritierend, als beide Länder sich in den vergangenen Jahren mühten, sich zu ignorieren. Man gab sich keine Punkte – und das aserbaidschanische Fernsehen Ictimai TV sorgte sogar in einem Jahr dafür, dass der armenische Beitrag nicht übertragen wird. Anrufen für ein Lied aus Armenien war in Aserbaidschan ein riskantes Unterfangen: Die Telefonleitungen waren, salopp formuliert, mit den Sicherheitsbehörden kurzgeschlossen.

Eigentlich hätte Armenien bereits auf eine Meldung für den ESC verzichten können; dann allerdings hätte man, um 2013 wieder dabei zu sein, die Show aus Baku übertragen müssen – aus der Perspekte Eriwans wäre das quasi Propaganda ohne die Chance des eigenen Eingreifens gewesen. Auch gab man keinen Laut, als die Halbfinals ausgelost wurden.

Seit den frühen neunziger Jahren sind sich beide Länder nicht grün, und man ist gut beraten, als Außenstehender keine besondere Sympathien für eines der beiden Eurovisionsmitglieder anzuhäufen. Das Risiko, dass eines der Länder sich dann beleidigt fühlt, ist groß. Der Streit geht um Landflecken in den kaukasischen Bergen, um ethnische Ein- und Ausschlüsse, um Autozubringerstraßen und Militärprovokationen. Und es geht um nationale Symbole, um alte, sehr alte Konflikte.

Aserbaidschan gab der EBU schon vor Monaten die Zusicherung, besonders auf die Sicherheit der armenischen Delegation zu achten – aber seit den Grenzkonflikten der letzten Wochen gelten die in Eriwan als nicht mehr ausreichend. Nun zog man sich also zurück. Ola Sand, Generalsekretär des ESC, teilte mit, er bedaure die Entwicklung, aber deren Umstände lägen außerhalb von allem, worauf die EBU Einfluss nehmen könne.

Eine so kurzfristige Absage vom ESC gab es in dessen Geschichte noch niemals zuvor. Zogen sich Länder zurück, waren die Gründe Staatstrauer oder Disqualifikation (Frankreich, Zypern) – oder wie 2009 Georgien, das in Moskau nicht mit einem offen spöttischen Lied gegen Wladimir Putin antreten durfte.

Ich bedaure die Absage Armeniens – nicht nur deshalb, weil von dort immer so hübsche Lieder kamen. Nein, sie hätten es wagen sollen, nach Baku zu gehen. Das hätte dem Frieden mehr gedient als der Rückzug jetzt.

Minsk? Auf keinen Fall!

16. Februar 2012

Es gab bislang viele Berichte über die tatsächlich katastrophale Menschenrechtssituation in Baku – und das interessierte bisher wenige bei uns. Nun rückt es in die allgemeine Aufmerksamkeit, denn in der aserbaidschanischen Hauptstadt findet Ende Mai der ESC statt. Insofern: Gut, dass es so kommt, denn ein kleines, durch Rohstoffe wie Öl und Gas potentiell sehr wohlhabendes Land gelangt so auf die politische Agenda.

Flagge Aserbaidschans in einer Landkarte. Foto: ANP

Der beste Report lief gestern abend beim NDR im Dritten, bei “Zapp”. Nicht wohlfeile Empörung und politisch kostenloser Eifer stand dort im Mittelpunkt, wie etwa neulich in der “Berliner Zeitung”. Wir konnten vielmehr sehen, was momentan der Sachstand ist. Die Autoren des Beitrags ließen uns wissen, dass Menschenrechtsaktivisten in Baku keineswegs möchten, dass der ESC in Aserbaidschan nicht stattfindet – aber die Fans und Journalisten mögen bitte immer die politische und gesellschaftliche Situation mit bedenken, mögen sehen, dass der ESC eben keineswegs eine unpolitische Veranstaltung ist.

Was ist er dann? Im Falle Aserbaidschans – und Spaniens 1969 – auch eine Propagandashow der in Baku herrschenden Elite. Medienjournalist Stefan Niggemeier erklärte das Problem: Nicht, dass der ESC in Baku präsentiert wird, sei schlechthin problematisch, sondern dass die European Broadcasting Union so tut, als seien für das Festival im Mai keine menschenrechtlichen (das heißt: polizeistaatlich angeheizten) Kosten zu tragen. Dass sie also weiterhin die Rolle des Vogel Strauß bevorzugt – weggucken und so tun, als sei nix.

Okay, die aserbaidschanische Regierung hat der EBU schriftlich versichert, man garantiere dem ESC-Tross, sich unbehelligt und frei im Lande bewegen zu können. Da möchte man ironisch ausrufen: Danke, Aserbaidschan! Aber immerhin.

Ich sehe es im Grundsätzlichen so, ich schrieb es hier häufiger: In Baku erwartet der demokratische Untergrund des Landes unsere Unterstützung. Dass wir nicht achtlos an ihnen vorbei gehen, dass wir sie wahrnehmen, dass wir, so sagte es eine Menschenrechtlerin, mit den Menschen in Baku sprechen. Und wenn das so wäre, könnte der ESC für die Menschenrechtsaktivisten in Aserbaidschan immerhin diesen Effekt bewirken: Dass die Situation im Lande sich im Sinne der Maßstäbe unseres Grundgesetzes oder der Menschenrechtscharta Europas bessert.

Die Nachricht des Tages aber erfuhren wir am Ende des Beitrags: Thomas Schreiber, bei uns der Chef des ESC in der ARD, wird, falls Weißrussland gewänne, unmittelbar nach einem solchen Sieg für die ARD die Frage aufwerfen, ob Deutschland dann an diesem ESC teilnehmen könne – in einem Land, wo eine “lupenreine Diktatur” herrsche.

Das finde ich richtig bemerkt. Ein Aspekt aber müsste noch erörtert werden: Müsste man undemokratischen, viertel- oder halbtotaliären Systemen nicht generell die Teilnahme am ESC verweigern? Und wenn nein, wenn also ein Fernsehprojekt, und sei es das populärste, so etwas wie demokratischen Geist in ein Land hineinträgt: Müsste man dann nicht die Regel formulieren, dass in einem Land wie Weißrussland kein ESC stattfinden dürfte?

Eine verzwickte Situation – das gebe ich zu. Aber es ist beruhigend zu wissen, dass Minsk für die ARD offenbar keine Option ist. Wobei man sagen muss: Die weißrussische Chanteuse, die in Baku antreten soll, hat ein so grottiges Lied anzubieten, dass sie es noch nicht einmal bis ins Finale von Baku schaffen wird. Die Notwendigkeit, sich mit “Minsk 2013″ auseinanderzusetzen, wird 2012 sicher nicht kommen.

P.S.: Und jetzt noch zu “Unser Star für Baku” direkt, also zum heutigen Finale. Ornella? Ihre größte Leistung ist, dass sie den Sprung ins Finale geschafft hat. Und böse Zungen sagen auch, sie habe uns Yana im Finale erspart, denn deren Tränen konnte man ja nicht immer so ganz und gar glauben. Dass Roman gewinnt, klingt fast trivial. Aber: Wer sollte es denn sonst werden?

Übrigens diskutiere ich im Anschluss an die Sendung wieder live das Ergebnis und die Frage, wie es mit der Berichterstattung über Baku nun weiter geht mit Zapp-Redakteurin Annette Leiterer. Ihr könnt, Sie können, live eure/Ihre Fragen stellen oder sie hier schon vorher an uns schicken.

Bewegt sich Aserbaidschan politisch?

31. Januar 2012

Na, ist der Eurovision Song Contest nun politisch oder nicht? Ist er. Das beweist eine Nachricht, die uns am Dienstag aus Baku erreicht hat. Nämlich: Präsident Ilham Alijew kündigte ein Menschenrechtsprogramm an, das er sogar als Nationales Aktionsprogramm verkaufte. Gestärkt werden sollen auf jeden Fall Sozialprogramme - dies führte es nicht näher aus - und außerdem eine nach westlichen Maßstäben ernstzunehmendere Form der Meinungsfreiheit.

Das sind, freilich, nur Ankündigungen – ob ihnen Taten der praktischen Art folgen, wissen wir natürlich nicht. Aber immerhin, der Präsident fühlt sich offenbar nach einer Fülle von Initiativen sowohl aus dem Deutschen Bundestag wie aus anderen westlichen Ländern genötigt, hier Flagge und guten Willen zu zeigen. Wörtlich teilte Alijew mit: “Wir werden uns auch in der Zukunft bemühen, die politischen Reformen zu vertiefen.” Irgendwie scheint uns da ein Widerhall sowjetisch anmutender Sprachformeln anzuwehen.

Sogleich gab es inneraserbaidschanisches Lob: Der Journalist und Menschenrechtler Eynulla Fatullajew pries das Aktionsprogramm. Dieses stelle “tatsächlich eine Verpflichtungserklärung des Staates zu Menschenrechten und ‘Grundfreiheiten’ dar.” So fing es mit der Entspannungspolitik des Westens, den Ländern des realen Sozialismus in den späten 1960er-Jahren auch an – erst gab es nur luftige Absichten, dann aber mussten sich die Regimeoberhäupter an ihnen messen lassen. Das ist im Hinblick auf den ESC im Mai nur gut, finde ich!

Offen bleiben Fragen der Visavergabe, auch solche, die den Gästen des Eurovision Song Contests Freizügigkeit in Aserbaidschan selbst garantiert. Ebenso muss noch erörtert und geklärt werden, ob jene Menschen, mit denen ESC-Touristen und -Journalisten im Mai Kontakt haben werden, auch nach Abreise aller Gäste unbehelligt bleiben.

Trotzdem: Ein international appellierender Anfang ist gemacht. Alijew möge jetzt weitermachen. Seine demokratisch gesinnte Bevölkerung wird es ihm danken!

Wir sind willkommen in Baku

10. Oktober 2011

Wie sagte mir ein norwegischer Kollege, der sich wie viele vom Sender NRK heftig für den ESC 2010 abgearbeitet hat: So eine Erklärung haben wir nie abgegeben – und hätten wir auch nicht. Dass nämlich alle, die zum ESC wollen, dies auch können. Egal, wie sie sind, was sie sind und wie schräg sie auch daher kommen. Aus Baku ist diese Erklärung aber nun eingetroffen, die European Broadcasting Union hatte sie eingefordert. Die aserbaidschanische Regierung bestätigt öffentlich, dass der ESC im kommenden Jahr in Baku alle willkommen heißt, die das Festival besuchen wollen. Und zwar, nun einmal konkret gesprochen, wie schwul sie auch immer aussehen oder sind.

Die Visavergabe wird leichter als üblich gehalten werden, auch die Freizügigkeit in Baku (und Aserbaidschan selbst?, das ist noch die Frage) soll auf mittel- und nordeuropäisches Normalniveau gehoben worden. Bislang hatte die Regierung diese Deklaration nicht formulieren wollen, aber nun kam die Bestätigung vom Kaspischen Meer.

Doch Baku hatte Einsehen: Ein ESC, bei dem ein Besucher Angst und Furcht haben muss, wäre die allerschlimmste Public Relation für ein Land, das doch unbedingt als europäisch wahrgenommen werden möchte.

Zum Vergleich: 2004, nach dem Sieg Ruslanas in Istanbul, gaben die Organisatoren in Kiew zwar diese Erklärung auch nicht ab, aber der damalige Präsident Wiktor Juschtschenko ermöglichte, dass alle ESC-Besucher mit einfachem Reisepass in die Ukraine kommen durften. Russland 2009 hatte das nicht gewollt, man musste sich – und ich kann ein Lied davon singen, wie umständlich und unfreundlich das war – eine Einreise- und Aufenthaltsgenehmigung organisieren.

Ich finde, die Erklärung ist ein guter Grund, nun die Organisation der eigenen ESC-Reise weiter zu betreiben. Zumindest bei der Einreise und innerhalb des etwa zweiwöchigen Aufenthalts im ESC-Trubel müssen die Fans nicht mit Schwierigkeiten rechnen. Wohlgemerkt gelten diese Garantien nur für Besucher des Song Contest, von der eigenen Bevölkerung spricht die Erklärung nicht.

Tickets allerdings wird es noch nicht geben. Die Organisatoren gaben nämlich auch dies bekannt: Vor Anfang kommenden Jahres wird es keinen Verkauf geben. Ich finde, das ist nicht von übel. Denn davon abgesehen, dass es für eine noch längst nicht fertige Halle auch noch keinen Sitzplan geben kann, weiß doch letztlich jeder: Wer will, kriegt immer ein Ticket. Das war in Kiew so und wird auch in Baku nicht anders aussehen.

Baku kündigt Reisepakete an

15. September 2011

Thomas Schreiber vom NDR hat hier auf eurovision.de das Nötige zum Aktuellen in Aserbaidschan gesagt: Es sei alles im Fluss, nichts sei in Gefahr nach derzeitigem Stand, man dürfe sich freuen. Außerdem sei dieses Land zwar ziemlich weit weg, im Kaukasus, jedoch vor dem Ersten Weltkrieg  mit zu Europa gerechnet worden. In diesen Sentenzen steckte auch eine leichte Beruhigung: Habt keine Angst, hat er Fans und ESC-Freunden signalisiert, habt Vertrauen.

Ja, das wollen wir. Denn, bei aller Vorsicht: Ressentiments gegen ESC-Länder, die das Festival veranstalten, gab es stets und ständig. Etwa gleich nach dem Sieg von Tanel Padar und Dave Benton in Kopenhagen, als es hieß, ob es nicht zu riskant sei, nur ein Jahrzehnt nach der sowjetischen Zeit dorthin zu reisen. Wie wir wissen, waren die Befürchtungen dumm und zerschellten an der estnischen Wirklichkeit im Jahr darauf gründlich.

Und wer glaubt, Aserbaidschan liege doch sehr weit weg von Mitteleuropa und gleichzeitig so nah am Iran, ja, auch an der Nordflanke Afghanistans, dem möge gesagt sein: Aus der Perspektive von Portugiesen war Finnland auch nicht gerade nah. Und für Isländer war 1999 die Reise nach Jerusalem weiter als sie es in die USA gewesen wäre.

Nun hat die aserbaidschanische Tourismusbehörde mitgeteilt, dass man im nächsten Jahr Reisepakete nach Baku anbieten werde. Tickets für die Semifinals wie auch für das Finale plus Anreise plus Hotels in angemessenem Standard – eine Woche ab etwa 1.100 Euros. Abhängig ist der Preis noch von den Kosten für die Tickets und der gewählte Hotelkategorie, das Ministerium legt sich noch nicht endgültig fest. Dennoch: Ich nenne das zivil und bezahlbar. Düsseldorf, so heißt es in der Nachricht, sei alles in allem für die gleiche Leistung nicht so günstig zu haben gewesen.

Bleibt nur zu hoffen, dass bis zum kommenden Jahr die Visumslästigkeiten auf ein erträgliches Maß heruntergeschraubt werden. Momentan hört man noch, nach Baku zu reisen sei in etwa so schwer wie zu Sowjetzeiten. Das aber wäre nicht europäisch. Aber europäisch in einem idealen Sinne will die kulturelle Elite des Landes dort sein. Sie wird das Problem lösen, hoffentlich.

Aber zunächst, das darf gesagt, ist die Meldung über das Reisepaket eine gute Nachricht.

EBU sondiert für Baku

20. Juni 2011

Eine Entscheidung ist faktisch schon gefallen, machen wir uns nichts vor: Der ESC wird im kommenden Jahr in Baku stattfinden. So sehen es die Verträge vor, so ist das Regelwerk verfasst gewesen und so wird es sein. Was die Frankfurter Allgemeine Zeitung unmittelbar nach dem Sieg von Aserbaidschan schrieb: “Singt nicht in Baku”, was auch andere Medien aufgriffen, dass nämlich die dortige Menschenrechtssituation mindestens eine fragwürdige ist, gilt nicht mehr. Mehr noch: Ein Freund von mir aus den Niederlanden hält viel von der Theorie, dass ausländische Gäste, die sich nicht einschüchtern lassen, jedem autokratischem Land zur Belüftung durch die Idee der Freiheit aufhelfen können. Das soll irgendwie wohl heißen: Baku wartet auf uns – auf dass die Fans, die Journalisten und Performenden es verändern. Nicht im Stadtbild im Ganzen, aber wenigstens atmosphärisch für gefühlt zwei bis drei Wochen Ende Mai 2012.

Die Reference Group der European Broadcasting Union tagt jedenfalls heute, Thema: Der ESC am Kaspischen Meer. Was sie erfahren werden, ging teilweise auch schon durch die Presse. Sehr viele der jetzt zu Verantwortlichen in Aserbaidschan erklärten Personen sind Mitglieder der Regierung. Was für den NDR, ja, für die ARD undenkbar gewesen wäre, wird in Aserbaidschan der Fall sein: Der Innenminister, und der Außenminister sind organisatorisch mit von der Partie wie auch andere Männer und Frauen der administrativen Geschicke des Landes lenken, darunter auch der Chef der aserbaidschanischen Airline.

Sie werden den Mitgliedern der Reference Group mitteilen, was ohnehin mit ein wenig Phantasie zu erwarten sein muss: Dass Aserbaidschan einen ESC ausrichten wird, der finanziell in nichts denen von Düsseldorf oder Oslo nachstehen wird. Ja, sogar das Ausgagbenniveau von Moskau könnte erreicht werden. Man will sich ja nicht lumpen lassen.

Und das finde ich gut! Ehe all die Gelder in dunkle Kassen wandern, soll es lieber für den ESC verpulvert werden, denn anderenfalls landete es ohnehin nicht auf den Konten von Armen und Bedürftigen. Aserbaidschan ist kein Land eines ausdifferenzieren Sozialsystems. Wer bei der rasenden Moderne, in Aserbaidschan ausgedrückt durch Ölfördertürme und Gasleitungen, nichts zu melden hat, hat in diesem Land kaum etwas zu vermelden.

Die Hallenfrage ist natürlich noch offen. Aber, so gehen die Spekulationen weiter, am weitesten sind jene Pläne gediehen, die eine Art 20.000-Menschen-Komplex direkt am ölfilmschimmernden
Kaspischen Meer als Neubau vorsehen. Wer glaubt, dass das architektonisch wie rein arbeitsbelastungsmäßig nicht zu schaffen sei, der sei an Estland erinnert. Als Tanel Padar und Dave Benton 2001 in Kopenhagen gewannen, stand in Tallinn auch noch nicht die Halle, in der im Jahr darauf Marie N gewinnen konnte.

Moderne Stadien mit Überdachung sind schnell errichtet, gründlich und technisch anspruchsvoll versehen.

Die wichtigste Frage aus deutscher Sicht ist ohnehin beantwortet seit voriger Woche, und diese Nachricht habe ich sogar in einer kroatischen Zeitung lesen können, allem mir unverständlichem
Kroatisch zum Trotz: Dass die Show “Unser Star für Baku” heißt, dass Stefan Raab durch Thomas D. ersetzt wird und dass der ESC in Deutschland in einem zeitgenössischen Sinne nicht wieder auf
Schlagerniveau preis gegeben wird.

Und meinem Freund Matti Stelte kann ich nur zustimmen: Wir hatten die doppelte Lena – womit die Chancen gut stehen, dass nächstes Jahr die öffentlichen Weihen im Hinblick auf Baku einer ernsten wird, der ein Mann ist, niedlich, aber nicht allzu niedlich aussieht – und ein einfaches Lied singt. Seine Herkunft: ein Dorf vor Husum oder eine Brache in der Sächsischen Schweiz. Jedenfalls wird er wahnsinnig hungrig sein müssen, sendungsbewusst und wie Lena ein wenig irre.

Das kann nur gut werden – auch in Baku.

Katerfrühstück: Fußball

7. Juni 2011

Nur die wenigsten ESC-Fans waren schon mal in Baku, etwa Herr Rubinowitz, der während der Siegertage von Ell und Nikki am Kaspischen Meer interessante Tage verbringen durfte. Aserbaidschan ist aber für die allermeisten ein exotisches Pflaster.

Die deutsche Nationalmannschaft beim Abschlusstraining im Tofik-Bachramov-Stadion in Baku.

Als Appetizer schlage ich vor, sich heute Abend das sportlich recht deutlich prognostizierbare EM-Qualifikationsspiel anzuschauen. Löws Mannen treffen auf die Auswahl des kaukasischen Landes, die im Übrigen vom EM-Meistertrainer des Jahres 1996, Berti Vogts, betreut wird.

Aserbaidschans Kicker nehmen seit den mittleren Neunzigern an Europas Fußballgeschehen teil. Sie sind sportlich ungefähr so schlecht wie musikalisch Andorra und meistens Portugal beim ESC – und sie sind dennoch bemüht, es dem Favoriten zu zeigen. Beim Deutschen Fußball-Bund geht man allgemein von drei Punkten Zugewinn in der Qualifikationstabelle aus; Aserbaidschan selbst ist selbst theoretisch chancenlos, noch das Turnier im nächsten Jahr zu schaffen.

Worauf ich aber hinweisen möchte, ist dies: Man sieht echte erste Bilder aus Baku. Wir sehen das Tofik-Bachramov-Stadion, einen Ort, der nach jenem Linienrichter benannt wurde, der 1966 das dritte englische Tor anerkannte – obwohl der Ball deutlich nicht hinter der Linie war.

So werden wir allmählich an dieses Land herangeführt: über den Fußball, heute im Fernsehen, von 18:30 Uhr an in der ARD. Was wir sonst schon wissen, werden wir in den Nebenreportagen zu dieser Partie erfahren: Dass das Kaspische Meer vor Baku nicht geeignet ist, ein erfrischendes Bad zu nehmen, es sei nämlich von einem schillernden Schmierfilm bedeckt. Der Ölproduktion wegen! So haben es die Kicker von Borussia Dortmund gesehen, als sie vor knapp einem Jahr zum Europa-League-Spiel bei Qarabaq Agdam weilten.

Über Baku soll außerdem ein steter Geruch nach Öligem liegen – auch dies ist nun kein Geheimnis mehr. Aber: “Lonely Planet”, der im Reiseführerbereich der jugendlichen Rucksacktouristen das ist, was unter Weinkennern der Gault Millaut bedeutet, hat Baku zu den Top 10 des Nachtlebens erklärt: ein Hot Spot der Dunkelheit, wenn man so sagen möchte.

Aber: Weil man beim Fußball so schlecht ist, weil man außerdem im World-Ranking der korruptesten Länder auf Platz 134 liegt, etwa auf dem Niveau von Bangladesh, Sierra Leone und Honduras, wird der Sieg beim ESC umso stolzer gefeiert: Ell und Nikki, aserbaidschanisch gesprochen: Eldar Qasimov und Nigar Camal, sind die Helden von Baku – Doppel-Lenas ihres Landes.

Schauen wir genau zu: Fußball hat auch einem ESC-Fan noch nie geschadet. Es ist schön anzuschauen, und nach allem, was man wissen kann, werden für die Deutschen auch einige Treffer erzielt werden. Sogar mehr als für die Aserbaidschaner. Das wäre dann, nun ja, eine Revanche für Düsseldorf, wie man beim Fußball so sagen würde!

Ich jedenfalls sammele heute Abend erste TV-Eindrücke von Baku – die nächsten Live-Bilder müssen dann ein knappes Jahr auf sich warten lassen.

Freundliche Resonanz, sehr sogar!

16. Mai 2011

1. Das erste Lob verdienen immer die Sieger. Aserbaidschan hat so viel Geld, dass es sich unbedingt einen Sieg ermöglichen wollte. Ell / Nikki waren die Interpreten, die wahr machten, was eigentlich Safura schon in Oslo gelingen sollte: einen ESC-Sieg. Ein skandinavisches Komponisten & Texter-Trio plus Bühnenshowhilfe aus Nordeuropa – das klappte nun. Glückwunsch.

Ell/Nikki gewinnen den ESC 2011. Foto:  Rolf Klatt, NDR

2. Erstmals seit etlichen Jahren waren Österreich, Schweiz und Deutschland gemeinsam im Finale. Schön, dass Nadine Beiler die zwölf Punkte von Ina Müller zuerkannt bekam, Lena aus Wien derer zehn erhielt. Das nenne ich, ehe wir wieder über osteuropäische Verschwörungstheorien zu labern beginnen, Nachbarschaft der freundlichen Sorte.

3. Anke Engelke ist nun ein europäischer Schwarm. Das ist nur gerecht. Ihre Dreisprachigkeit überwölbt nun selig die Moderation von Marlène Charell, die 1983 aber nix dafür konnte, es waren einfach andere Zeiten. Deutschland, in seiner Präsentation zumindest, ist so modern wie andere Länder eben auch.

4. Die mediale Resonanz fällt gut bis sehr gut aus. Die meisten Zeitungen haben gute Reporter auf das Thema und das Ereignis angesetzt. Dass manche immer noch den Klischees aufsitzen und von Schlagern sprachen, möchte ich verzeihlich nennen. Mancher Zeitgeist kommt in manchen Redaktionen eben erst spät an.

5. Das Intro durch Stefan Raab war heftig und gut. Lena war überraschend auch dort auf der Bühne.

6. Der ESC ist, zum Medialen nochmals zurückgekommen, nun nachrichtenfähig geworden. Das ist nur gerecht, denn Börse, Bundesliga & anderer Sport sind es ja auch. Schön, dass die aserbaidschanischen Sieger im Fokus der Berichte standen, nicht allein Lena. Mir gefiel, dass die Beiträge von Journalismus lebten, nicht nur von der eigenen Hingerissenheit in Sachen Glitter & Flitter.

7. Düsseldorf ist eine gute ESC-Stadt gewesen und könnte es wieder sein.

8. Schätzungsweise war es eine gute Entscheidung, die guten alten Grand-Prix-Zeiten nicht in Form von Ehrengästen einzuladen. Ich finde, Legenden wie Katja Ebstein (“Alles nur noch Geschäftemacherei”) könnte man mehr ehren, würden sie sich selbst historisieren. Schade, aber das kommt bestimmt noch.

9. Wer heute in den Medien schrieb, auf der Siegespressekonferenz in der Nacht auf Sonntag sei nichts Politisches erörtert worden, muss im Koma gelegen haben oder aus lauter Aversion bewusst Falsches geschrieben haben. Die Frage, ob Baku auch seine ESC-Gäste, auch die schwulen, willkommen heißen werde, wurde von aserbaidschanischen Delegierten wie auch von Ell / Nikki sehr bejaht.

10. Nach der Saison ist vor der Saison, das ist beim ESC wie beim Fußball so. Freuen wir uns auf Baku. Die Schweiz hat bereits ihre Teilnahme dortselbst bestätigt. Noble Eidgenossen!

P.S.: Wie es Lena geht? Darf es ihr gut gehen? Muss man sich Sorgen machen? In Kürze mehr!