Türkei: national eingeschnappt

18. Dezember 2012

Diese Meldung lief schon am Freitag über den englischsprachigen Nachrichtendienst esctoday – und sie war brisanter als alle Vorentscheidungsnachrichten der vergangenen Wochen:  Die Türkei wird nicht in Malmö dabei sein. Auf der Website des Senders TRT steht zu lesen, dass man sich benachteiligt fühle und die Wertungsregeln nicht mehr akzeptiere. Meine Kollegin Canset Icpinar aus Berlin übersetzte den Text für mich, und er besagt so ziemlich das Gleiche, was nun auch in der Tageszeitung “Die Welt” zu lesen stand.  

Wohin segelt die Türkei?

Der Sender beklagt, kurz gesagt, dass Großbritannien, Spanien, Frankreich, Deutschland und Italien nicht durch eine Qualifikation beim ESC müssen – die bevölkerungsreiche Türkei aber sehr wohl. Obendrein sei die seit 2011 gültige 50/50-Regel bei den Abstimmungen (Jury und Televotin haben je hälftigen Einfluss ins Gesamtresultat) abzulehnen, weil etwa Can Bonomo in Baku durch die Jurys viel weniger gut bewertet wurde als durch die Zuschauer in den anderen Ländern. Schaut man sich aber die Ergebnisse der vergangenen Jahre an, fällt vor allem auf: Kein Land war so erfolgreich wie die Türkei. Nur ein einziges Mal – 2011 mit einer lausigen Rocknummer - flog dieses Land schon im Halbfinale raus. Aber sonst? Vom Sieg Sertab Ereners 2003 in Riga abgesehen, kam das Land 2010 auf den zweiten Rang, zweifach auf den siebten Platz (2008, 2012) und drei Mal auf dem vierten PLatz (2004, 2007, 2009). Recht besehen gab es immer dann gute Platzierungen, wenn die Acts frisch, modern und nicht allzu orientalisch daherkamen. Der Sieg von 2003 kam außerdem mit einem Act zustande, der auf Englisch interpretiert wurde: Die prominente Sängerin bestand darauf, nicht auf Türkisch zu singen, sie hätte sonst keine Chance gehabt, meinte sie damals.

Mit anderen Worten: Eigentlich ist der beleidigte Rückzug nicht zu verstehen. Sietse Bakker, Chef des ESC bei der Eurovision Broadcasting Union, sagte mir, zugebend, dass er die Information auch erst über die Website des TRT erhalten habe: “Wir bedauern die Entscheidung des türkischen Fernsehens zutiefst . Wir bemühen uns, mehr Informationen zu bekommen, um die Entscheidung verstehen zu können. Und wir werden nach Möglichkeiten suchen, die Türkei wieder an Bord zu bekommen.” Klagen des TRT über das Wertungssystem habe es allerdings nicht gegeben, so Sietse Bakker, auch habe TRT nie probiert, selbst Teil der “Big X” zu werden. 

Es bleibt somit rätselhaft: Könnte es daran liegen, dass die Türkei mit der 50/50-Regel an vorderen Platzierungen eingebüßt hat, weil auf diese Weise die Diasporavoten (türkische Anrufer in Deutschland, den Niederlanden, Frankreich, Österreich und der Schweiz etwa) weniger schwer ins Gewicht fielen?

In der Türkei selbst ist der, wie Stefan Raab sagen würde, “Drops noch nicht gelutscht”. Der stellvertretende türkische Ministerpräsident Bülent Arinc verkündete, dass sein Land wieder am ESC teilnehmen werde, aber nur, wenn es die Bedingungen in Zukunft erlauben. Wo der Hase im Pfeffer liegt, deutete der Oppositionspolitiker Adnan Keskin, ebenfalls zitiert in der “Welt”, an: “Es kann sein, dass wir dort keine sehr guten Ergebnisse erzielen können - es gab auch Zeiten, in denen wir sie nicht bekamen. Aber es kann nicht sein, dass man den Eurovision Song Contest nur akzeptiert, wenn man auf dem ersten Platz landet - und wenn man schlechtere Plätze erzielt, andere Länder beschuldigt und den Wettbewerb verbietet.”

Alles eine Frage der national durchwirkten Eingeschnapptheit: Wenn wir nicht gut platziert sind, haben die anderen Schuld, nicht der Teil, den wir zur Bewertung stellten. Man kennt diese Charakterlichkeit von Menschen, die nicht verlieren können – solche, die nie durch die Schule von “Mensch ärgere dich nicht” gegangen sind.

Für die EBU ist der Rückzug der Türkei ein stärkeres Problem als der für sie ohnehin bedauerliche Verzicht Polens, Tschechiens und Portugals. Die Zuschauerzahlen für das Event schlechthin gehen in den Keller – und das ist nicht günstig für die Akquisition von Sponsoren. Der letzte Nachrichtenstand: Die EBU überlegt, eine Telefonkonferenz der Reference Group des ESC anzuberaumen. Die Türkei gehört ja inzwischen zu den klassischen ESC-Ländern – da lohnt sich diplomatische Mühe gewiss.

Die Fans wehren sich

12. November 2012

Dieses Thema wird uns noch einige Zeit beschäftigen, wie die Reaktionen auf meinen letzen Blogeintrag zeigen:  Über 50 Kommentare haben Sie, habt ihr uns dazu hinterlassen, die mich nochmals bestätigen.

Es geht um die Entscheidung der ESC-Gremien, die Auslosung der Startplätze ausfallen zu lassen – vielmehr soll die Reihenfolge der Auftritte nach dem Geschmack der Regie sortiert werden, im Falle des nächsten ESC also nach schwedischem Geschmack. Eine überwältigende Mehrheit nicht nur der Forenbeiträge hier lehnt diese Neuerung ab, auch unsere Umfrage unter Lesern von eurovision.de sowie andere Foren verzeichnen die gleichen Resultate. Inzwischen ist sogar schon eine Online Petition gegen den Beschluss zu finden.

Der Tenor des Protests: Modernisierungen wie die Abschaffung der Orchester oder die Entbindung von der Pflicht, in einer der Landessprachen singen zu müssen, haben alle leidenschaftlichen Fans mehr oder weniger mitgetragen. Aber immer hieß es auch: Bestimmte Sachen müssen unverhandelbar sein. Etwa die Pflicht zum Livegesang und eben, wenn alle nationalen Kandidaten feststehen, die Einschaltung des Zufalls durch die Auslosung der Startplätze. Beides gehört zum Kernbestandteil des ESC, das signalisieren hier die allermeisten Einträge. Sonst, würde man diese Sachen auch noch kassieren, wäre der ESC wie irgendeine beliebige Pop- oder Castingshow.

Die Schweden, so mein Gefühl, wollen den ESC modernisieren auf eine Weise, als ob man einen kreislaufsiechen Patienten damit zu retten sucht, sein halbes Herz herauszuoperieren. Ich würde sagen: Das geht zu weit!

Zumindest sollte es eine Korrektur geben: Dass die Big Five (Frankreich, Spanien, Großbritannien, Deutschland und Italien) sowie der Gastgeber ihre Startplätze zugelost bekommen. Oder wie wäre es, wenn der Gastgeber, der schon aus finanziellen Gründen kein Interesse an der neuerlichen Organisation des ESC haben dürfte, freiwillig auf den Startplatz zwei ginge – denn von dort hat noch nie ein Lied gewonnen. (Ich erinnere 1988, als Tommy Körberg, schwer erkältet an dem Abend von Dublin, mit seinem “Stad I Ljus” keine Chance hatte – auf Platz zwei ist kein Blumenpott zu gewinnen.) Wäre das nicht ein Zeichen, dass die EBU die Proteste der Fans erhört?

Noch ist es nicht in Stein gemeisselt, noch sind in vielen Ländern die Fans am Debattieren. Schreiben Sie hier, wenn Ihnen die Entscheidung gegen das Auslosen der Startplätze nicht gefällt. Teilen Sie uns Ihre Meinung mit! Es würde mich wundern, wenn die Entscheider in den Gremien diese Regeländerung bei so geballtem Unmut nicht doch überdenken. Entscheidungen – wenn sie nicht plausibel scheinen, wenn sie eine Idee schlechthin beschädigen, die des Eurovision Song Contest nämlich – sind dazu da, erörtert zu werden. Nicht nur in Gremien, sondern von der Basis her.

Auch das wäre ein Zeichen, dass das Fernsehen sich modernisiert.

Sommerloch?

2. Juli 2012

In Schweden, wie wir es im vorigen Blog notiert haben, ist natürlich noch nichts entschieden. Weder zum Rahmenprogramm noch zur Hallenfrage. Wie beschrieben gibt es eigentlich zum im Bau befindlichen Stadion in Solna - nur 12 Minuten von der Innenstadt entfernt - keine realistische Alternative, die dem schwedischen Fernsehen eine bessere Möglichkeit zur Refinanzierung über Eintrittsgelder für die drei Eurovisions-Shows (und ihre Generalproben) liefern würde.

Still ruht also der See, abgesehen vom eher frischen Sommerwetter, das uns auch aus den Gegenden um die Hauptstadt am Mälaren und an der Ostsee berichtet wird?

Mitnichten. Peter-Philipp Schmitt, Redakteur der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, hat Samstag einen spannenden Text in seinem Blatt veröffentlicht:
Nachspiel zum Spektakel von Baku: Wie halten wir’s mit der Demokratie?

Das ist insofern ein interessanter Bericht, als er nicht nur die Misshandlung eines norwegischen TV-Reporters auf dem Bakuer Flughafen aufnimmt - von der auch hier auf eurovision.de zu lesen
war -, sondern auch, dass dieser Fall von norwegischen Politikern vor den Europarat geschleppt und dort thematisiert wurde. Wie auch immer in Straßburg weiter debattiert wird: Der Autor sagt, dass die European Broadcasting Union sich das eigene Regelwerk abermals vorknöpfen werde, auf dass solche Schikanen nicht mehr möglich sind. Und dass sie, wenn sie doch beklagt werden müssen, geahndet werden können.

Detaillierter wird die Geschichte leider nicht – denn die EBU hat bereits einen sogenannten Pledge all ihrer Mitgliedssender verabredet, eine Art Charta als gegenseitiges Versprechen, die für Teilnehmerländer diesen Respekt vorschreibt. Das heißt: Wer einen ESC ausrichtet, muss durch die eigenen Staatsapparate eine Gewährleistung erbringen, derzufolge alle ESC-Akkreditierten sich im Land frei und unbehelligt bewegen dürfen. Das musste Aserbaidschan schon im Herbst vorigen Jahres tun – und tat es auch. Ictimai TV, den EBU-Sender des Landes, auch das lesen wir, träfe an der Gewalt gegen den iranischstämmigen Journalisten aus Norwegen keine Schuld.

Also: Worin könnte der Fortschritt bestehen? Dass die EBU nicht nur Lippenbekenntnisse abfordert, sondern konkrete Zusagen? Das ginge womöglich an der Wirklichkeit vorbei, denn der ESC ist ja, wenigstens formell, ein Festival von Sendern, nicht von Ländern – auch wenn die öffentliche Wahrnehmung eine andere ist. Unsere Anfragen an die EBU laufen – momentan steht nur fest: Im Mai 2013 wird in Schweden der 58. ESC abgehalten. In einem politisch unproblematischen Land also.

Aber glaubt jemand ernsthaft, nach dem umstrittenen ESC in Aserbaidschan, aber auch nach den Moskauer Vorkommnissen 2009 - um nur zwei sehr politische Festivals der letzten Jahre zu nennen - dass es im Vorfeld vom nächsten ESC keine weiteren Konflikte geben wird – allein schon, weil Armenien wieder mitmachen möchte?

 

Keine Vorentscheidungsreform in Europa

15. Juni 2012

Das sogenannte TV Comittee der European Broadcasting Union (EBU) hat auf seiner jüngsten Sitzung entschieden, dass es keine Reformen der Vorentscheidungen zum ESC geben wird. Hintergrund: Im Lenkungsausschuss des ESC, in dem u.a. die ARD (mit Thomas Schreiber), aber auch Christer Björkman (als gewähltes Mitglied) vom schwedischen Fernsehen und Bruno Berberes vom französischen Fernsehen Mitglied sind, war im März beschlossen worden, dass ESC-Länder keinen Kandidaten mehr intern auswählen dürfen. Wer beim ESC performt, muss aus einer Vorentscheidung hervorgegangen sein. Frankreich protestierte, wie man hörte, und andere Länder schlossen sich an. Unumwunden gesagt: Das ist eine bedauerliche Entscheidung.

Anggun aus Frankreich im Jury-Finale des ESC 2012. Foto: Rolf Klatt/NDR

Sietse Bakker, bei der EBU zuständig für den ESC, schrieb uns nun: “Unglücklicherweise hat das TV Comittee die Entscheidung der Reference Group nicht akzeptiert. Wir bedauern das.”

Zur Erläuterung sei gesagt, dass die Initiative, in jedem Land eine Vorentscheidung ausrichten zu müssen, zum Ziel hatte die Popularität des ESC zu steigern. Ohne Vorentscheidung im eigenen Land, das weiß nicht nur die ARD, werden beim internationalen Finale nur mäßige Quoten erzielt – ein TV-Format wie “Unser Star für Baku” (oder “Unser Star für Oslo” vor zwei Jahren) mobilisiert für die Finalshow. Als für Deutschland im internen Auswahlverfahren (etwa 2009 für Moskau) ein Aspirant gesucht wurde, fehlte es an polarisierender Spannung – und das zeigten auch die Quoten im Finale.

Frankreich, Spanien und auch Großbritannien argumentieren hingegen umgekehrt: Weil es dem Hauptevent im Mai in ihren Ländern an Popularität fehle, sei eine Vorentscheidung nichts als hinausgeworfenes Geld und in Sachen Quote nicht zu rechtfertigen.

Ich würde hingegen sagen: Verhältnismäßig erfolglos ist der ESC in den drei großen Ländern Frankreich, dem Vereinigten Königreich und Spanien auch deshalb, weil, vor allem seitens der BBC für Großbritannien in den letzten Jahren zu wenig Mühen aufgewendet werden, den Eurovision Song Contest als cooles Ding zu inszenieren. Gerade bei der BBC existiert eine gewisse intellektuelle Denkfaulheit – man hat noch mit den Folgen der Dauerironisierung durch den einstigen Kommentator Terry Wogan zu kämpfen.

Sietse Bakker vom ESC schreibt uns weiter: “Konsequenterweise wird sich an den existierenden Regeln nichts ändern. Alle TV-Stationen haben die Freiheit, eine Vorentscheidung auszurichten oder es zu lassen.” Schade ist es nur, weil es gerade der französischen Chanteuse Anggun womöglich geholfen hätte, mit einem anderen als dem in Baku performten Lied anzutreten. (Und mit einer frischeren, nicht so distanziert wirkenden Inszenierung ihres Beitrags aufzuwarten … aber das nur nebenbei.)

P.S.: Dass wir immer mehr Rückmeldungen von TV-Stationen bekommen, die uns kleckerweise ihre Juryergebnisse mitteilen, ist schon auf eurovision.de berichtet worden. Die Auffälligkeiten dieser Resultate – in Abweichung zu den Gesamtergebnissen der Länder - debattieren wir nächste Woche.

Ethikdiskussion um den ESC

1. Juni 2012

Einem “Diktaturen sollen von der Schlager-EM fernbleiben” betitelten Artikel von Clas Barkman in der schwedischen Tageszeitung Dagens Nyheter zufolge geht nicht nur die Debatte um problematische Demokratieverhältnisse in Aserbaidschan weiter. Es geht inzwischen eher um einen Ethik-Kodex, der, würde er eingeführt, dazu führen könnte, dass Länder wie der ESC-Gastgeber, aber auch Georgien, Armenien, Weißrussland, Russland, Moldau und die Ukraine aus der EBU (European Broadcasting Union) – und damit auch vom ESC ausgesperrt würden.

Das Logo der European Broadcasting Union EBU

Das Logo der European Broadcasting Union EBU

Auf medialer Spitzenebene ist diese Debatte in Skandinavien bereits voriges Jahr auf der Vollversammlung der EBU in Helsinki geführt worden. Und sie entzündete sich nicht, so heißt es, allein an Aserbaidschan, den postsowjetischen Ländern und dem ESC, sondern muss im Zusammenhang mit einer Diskussion um die ethischen Fundamente der EBU gesehen werden.

Aufruhr machte das mehr als nur eurovisionäre Problem in Skandinavien nach dem Finale 2012, als bekannt wurde, dass ein iranisch-norwegisches Mitglied der Delegation um den norwegischen Sänger Tooji am Flughafen in Baku am Tage des Finales selbst drangsaliert wurde. Tooji, so wird überliefert, wäre fast nicht aufgetreten, weil er über die Verhältnisse in Aserbaidschan so schockiert war, dass er kaum zur Ruhe fand. Aber um die Auftritte der anderen in der Sendung oder vielmehr den Regieablauf nicht zu gefährden, sei er doch auf die Bühne gegangen – und endete ausgerechnet an seinem Geburtstag als Letzter.

Weiteren Gerüchten zufolge soll auch der schwedische Tänzer Loreens, ein schwarzhäutiger Körperkünstler, bei der Einreise behindert worden sein, weil er nicht hellhäutig ist. Loreen selbst sei von aserbaidschanischen Medien beschimpft worden, weil sie sich um die Anliegen der Menschenrechtsorganisationen in Baku gekümmert habe.

Alles in allem berührt die nun heftig in Schweden, Norwegen, Dänemark, Island und Finnland tobende Debatte das Selbstverständnis der EBU. Gegründet wurde sie nämlich Anfang der fünfziger Jahre ohne moralische Fundamente – es war einfach eine öffentlich-rechtliche Senderkette diesseits des Eisernen Vorhangs – plus des sozialistischen Jugoslawien später, aber dieses Land verstand sich nie als moskauhörig.

Es geht also um das, was der deutsche Botschafter in Aserbaidschan, Herbert Quelle, anlässlich des Empfangs seines Hauses für die deutsche ESC-Delegation am 23. Mai sagte: Es sei der Tag des deutschen Grundgesetz-Geburtstages und man vertrete auch im Ausland dessen Werte. “Werte” in diesem Zusammenhang bedeutet vor allem, dass man eine enge kulturelle Verzahnung an die Bedingung knüpft, sich an diese Werte gebunden zu fühlen. Eine Allianz wie beim ESC mit Sendern – und faktisch immer auch politischen Systemen-, die nicht in lupenreinen Demokratien angesiedelt sind, wäre dann mehr als problematisch.

In Skandinavien breitet sich nun eine Stimmung aus, diese Kooperationen nicht mehr nur für problematisch, sondern auch für unmöglich zu halten. Sofern – und nun kommen die Bedingungen – diese Länder nicht den demokratischen Weg beschreiten und von jeder Einschränkung der Meinungs- und Demonstrationsfreiheit absehen.

Ich finde, dass diese Debatte lohnt. Sie wird auch nicht deshalb aufhören, weil mit Schweden als Gastgeber 2013 alles astrein verlaufen wird. Denn bis Ende des Jahres müssen die ESC-Länder ihre nächste Teilnahme erklären. In dieser Teilnahmezusage aber steckt immer eine bestimmte Regel: Die nämlich, den ESC auszurichten, wenn man gewinnt – als Recht wie als Pflicht.

Wer also jetzt verhindern will, dass Länder wie Weißrussland oder Russland 2014 den ESC ausrichten kann, soll und muss jetzt für neue Teilnahmeregeln sorgen. Die Debatte geht also weiter, sie ist mächtiger als nach dem ESC 2009 in Moskau, weil es eben viel Aufmerksamkeit gab für diese Fragen. Die nächste Generalversammlung der EBU findet am 21. und 22. Juni in Strasburg statt.

P.S.: Die Frage, ob Stockholm 2013 der Ort sein wird oder Göteborg oder Malmö, ist keine. Es wird Stockholm, und es wird wohl nicht der Globen im Süden der Stadt. Der Ehrgeiz der Schweden vom Sender SVT ist so überwältigend, dass das neue Stadion in Solna bis dahin fertig sein wird. Wetten dass?

Baku – der 60. ESC-Sieger?

2. April 2012

Es erscheint wie eine Kleinigkeit, aber die Reference-Group des ESC, der Lenkungsausschuss dieser Show, hat sich darauf verständigt, dass ab jetzt und für alle Zeiten die vier Siegerinnen von Madrid 1969 als Siegerinnen an und für sich gelten. Das heißt: In Baku wird der 60. Siegesact des Eurovision Song Contest gesucht – nicht der 57.

Wobei dieser ESC in Aserbaidschan der 57. seit 1956 ist. Das klingt wie ein Moment von Detailverliebtheit, aber die Reference Group will sich, Gerüchten zufolge, zum Diamantenen Jubiläum 2015 eine europäisch-öffentliche Abstimmung überlegen, welche der vier Siegerinnen von 1969 als wahre gelten könnte: Lulu, Salomé, Frida Boccara oder Lenny Kuhr. Davon abgesehen, dass schätzungsweise die Niederländerin Lenny Kuhr nach dem aktuellen Verfahren – Jury und Televoting je zur Hälfte – gewonnen hätte, weil die Kuhr eben an der Liedermacherinnenkultur zeitgenössisch dran war, außerdem ihr Lied “De Troubadour” sehr populär zum Mitschunkeln sich eignet, finde ich diese ganze Art der – sagen wir: Vergangenheitsbewältigung – albern.

Wie könnte jetzt entschieden werden, welche aus dem Quartett die erste und einzige Krone verdient hat? Das Gros des Publikums jenes Jahres wird sich kaum noch erinnern oder lebt nicht mehr im zurechnungsfähigen Alter. Und außerdem: Wie sollten die Gefühle von damals ins Heute transportiert werden? Die ästhetischen Empfindungen haben sich gewandelt, was heißt, dass eine wie Frida Boccara sofort unter divenhaften Kunstverdacht gestellt würde und vermutlich außerhalb der Jurorenschaft kaum Fans hätte. (Ich finde die Dramatik von “Un Jour, Un Enfant” immer noch bedrückend gut, das nur mal zur Klarstellung.)

Aber mir scheint, als würden vor allem die Meldungen über die Reference Group, die da neulich in Baku tagte, in die Öffentlichkeit gestreut, die irrelevanter kaum sein könnten. Denn nach wie vor wissen wir nicht: Was ist mit Armenien? Wird die TV-Gesellschaft dieses Landes mit einer Strafe belegt? Und weiter: Die Reference Group hat ja beschlossen, so hörte ich, dass jedes teilnehmende Land im kommenden Jahr einen Vorentscheid veranstalten muss. Zustimmen muss nur noch das TV-Komitee der European Broadcasting Union, aber die Reference Group gibt nicht einmal einen einzigen Hinweis, wann dieses Gremium tagen wird.

Will sagen: Wir erfahren von den Offiziellen immer nur noch Puschelig-Unwichtige, aber das, was wirklich mit europäischer Diplomatiekunst, mit Transparenz und mit Öffentlichkeit zu tun hat, sollen wir nicht erfahren.

Wozu auch eine andere Nachricht zählt: Über den Internetdienst ESCtoday erfahren wir, dass das Kosovo mit seiner TV-Anstalt RTK nicht am ESC teilnehmen darf. Gründe wurden keine angeführt; dem Vernehmen nach sei es, so heißt es seitens der EBU, unmöglich, die von Serbien seit 2008 unabhängige Republik Kosovo aufzunehmen. Warum? Erfahren wir nicht. Okay, Serbien boykottiert diese abtrünnige Republik, aber woran liegt das Desinteresse? Weil das Kosovo ein politischer Funkenherd wäre? Weil Albanien dieses Land mehr als bekannt steuert? Weil die Nato das Land beschützt – und es nicht lebensfähig wäre, würden diese Militärs abziehen?

Kosovos Außenminister Petrit Selimi teilte der EBU-Generaldirektorin Ingrid Deltenre mit, “die EBU ist extrem wichtig für uns, nichts anderes als der ESC ist wichtiger für die Bildung unserer nationalen Identität”.

Woran auch immer es liegen mag, dass man über die vom Außenminister aus Pristina geäußerten Ansprüche einfach hinweggeht – wir würden es gern erfahren. So, bei dieser Informationspolitik, hat man das Gefühl, nur kremlartig gefilterte Nachrichten zu erhalten. Ist das aber ein Zeugnis für das moderne Europa?

Update:

Okay ein Aprilscherz? Ein Aprilscherz, fürwahr. Ich bin drauf reingefallen. Andererseits war das auch nicht so schwer: aus einer Mücke macht die EBU zumindest ein Elefantchen. So bleibt der Kern meiner Aussage: Viele Themen werden bei der EBU totgeschwiegen. Zu Kosovo, Armenien erfährt man leider nichts. Nicht zur Vorentscheidungspflicht und nicht zur Debatte um Menschenrechte in Aserbaidschan – dass etwa zeitgleich mit der Reference Group es eine Demonstration in Baku gab. Ein demokratieförderliches Ereignis!

Tage der Entscheidungen

16. März 2012

An diesem Wochenende tagt in Baku die Reference Group dess ESC, die höchste Entscheidungsrunde der European Broadcasting Union für ihr Festival – und von deutscher Seite sitzt, als Vertreter des letztjährigen Veranstalters, Thomas Schreiber in diesem Gremium. Nahtlos schließt sich Anfang nächster Woche schließlich das Treffen der sogenannten Head of Delegations an. Was das erste Gremium, das man auch als eine Art Lenkungsausschuss verstehen darf, zu befinden hat, ist simpel umschrieben: einen Überblick zu den Vorbereitungen der Bakuer ESC-Machenden zu gewinnen.

Aber es steht auch mehr zur Beratung an: Wie behandelt man, falls man dieses Verb benutzen darf, Armenien? Immerhin hat dieses mit Aserbaidschan ziemlich verfeindete Land seine Teilnahme am ESC kurzfristig abgesagt, eines Grenzkonflikts zwischen beiden Staaten wegen, bei dem es einen Tote gegeben hat. Eigentlich müsste die Reference Group Armenien mit einer Vertragsstrafe belegen – denn die Teilnahme am ESC kann nicht einfach storniert werden, nur weil ein Konflikt außerhalb des ESC-Geschäfts zu vermelden, zu beklagen, jedenfalls zu bilanzieren ist.

Möglicherweise wird bei den Gesprächen der Reference Group nicht weiter vertieft, dass Armenien von Anfang an wenig Lust hatte, am ESC in Baku teil zu haben und nur die Gelegenheit suchte, mit öffentlichem Getöse auszusteigen: ein Fall innerarmenischer Politik sozusagen.

Misslich ist das alles dennoch: Armenien könnte aus der Geschichte des ESC lernen, dass, wer rausgeht, wieder reinkommen muss. Sonst ist einer ganz aus dem Spiel. Ich finde, man sollte auf eine finanzielle Sanktion verzichten, aber darauf beharren, dass, sofern Armenien im kommenden Jahr wieder mit von der Partie sein möchte, es den ESC aus Baku übertragen muss.

Gleichwohl: eine Verpflichtung gibt es nicht, wie mir Sietse Bakker, Sprecher des ESC, mitteilte. Nur wer ganz und gar neu beim ESC mitmacht, etwa als dies bei Serbien vor Jahren der Fall war, muss ein Jahr vor der ersten Teilnahme den ESC auch ohne eigene Beteiligung ausstrahlen.

Ein anderes Beratungsfeld ist das der Vorentscheidungen: Bereits im vorigen Jahr hieß es, künftig sei jedes Land verpflichtet, den eigenen Kandidaten, die eigene Kandidatin nur durch eine Vorentscheidung ermitteln zu lassen. Interne Verfahren, an deren Ende einfach ein Künstler aus dem Hut gezaubert wird – dieses Jahr etwa Frankreich oder Großbritannien -, sollen nicht mehr statthaft sein.

Aber dieser Plan ist inzwischen wieder fraglich: Viele Länder wollen dies nicht, andere insistieren nicht darauf, diese Regelerweiterung festzuschreiben. Frankreichs Head of Delegation, Bruno Berberes, plädiert für die “Freiheit des Verfahrens” – er möchte sein Land nicht darauf verpflichtet wissen, eine Show auszurichten, die keine Quote bringt, kein öffentliches Interesse.

Ich finde: Eine Vorentscheidung sollte immer wichtiger werden – und von 2014 an müsste gelten, dass eine ESC-Teilhabe an eine Qualifikationsrunde geknüpft ist. Das hieße, sich noch gut ein Jahr auf diese Weiterung des Showformats einzurichten, mit den Plattenfirmen ins Benehmen zu kommen. Die schlichte Wahrheit ist: Wer eine Vorentscheidung zelebriert, hat auch beim ESC selbst bessere Quoten – siehe Schweden, siehe Deutschland, siehe Irland.

Schließlich muss während dieser Sitzungstage auch noch gelost werden – die Startplätze der Halbfinals sowie die der Big Five im Finale. Das aber ist erst Anfang der Woche der Fall, wenn alle Lieder nominiert sein werden, auch die allerletzten, etwa Großbritannien.

Es werden vier Tage der Entscheidungsfindung in Baku.

Raus aus dem Untergrund

25. Januar 2012

Soll noch mal einer sagen, dass der ESC, was Glamour und Präsenzvermögen anbetrifft, könne nicht prunken.

Heute Abend wird in Baku feierlich der Schlüssel des ESC - Achtung: hoher Symbolwert, nicht zum echten Aufschließen geeignet! – durch den Düsseldorfer Bürgermeister Dirk Elbers an seinen bakunensischen Amtskollegen übergeben. In zwar in einer feierlichen Zeremonie, bei der sowohl die Halle des Events im Mai präsentiert wird, bei der Stars wie Alexander Rybak und Lena Meyer-Landrut auftreten werden und etliche andere auch. Das ist schon ein echter Fortschritt: 1983, in München, gab der Bayerische Rundfunk in einer mageren Pressemitteilung bekannt, dass man den Grand Prix Eurovision ausrichten werde – und kein Festakt krönte diese Bekanntgabe, keine Flower Ceremony, bei der ein Mensch aus Harrogate den Oberbürgermeister der bayerischen Landeshauptstadt trifft und zarte Osterglocken überreichte. 

Vor einem knappen Jahr: NDR-Intendant Lutz Marmor und Düsseldorfs Bürgermeister Dirk Elbers mit dem Schlüssel für die Arena in Düsseldorf. Foto: dpa

Vor einem knappen Jahr: NDR-Intendant Lutz Marmor und Düsseldorfs Bürgermeister Dirk Elbers mit dem Schlüssel für die Arena in Düsseldorf. Foto: dpa

Und, noch wichtiger noch in diesem Zeitalter immer neuer medialer Möglichkeiten und Bühnen: Alles wird, auch auf eurovision.de, per Livestream übertragen. Man bedenke immer, dass Baku uns drei Stunden in der Uhr voraus ist: Der Livestream beginnt schon um 17 Uhr.

Dass bei diesem Treffen von Prominenten, TV-Funktionären und Interessierten auch gearbeitet wird, versteht sich fast von allein: Die Reference Group tagt ja auch, das heißt die Regierung des ESC, zu der auch ein Vertreter des NDR mit zählt, weil die ARD den letzten Eurovision Song Contest ausrichtete. Sie wird die Auslosung der Halbfinals besorgen, also klären, welches Land in welcher der Qualifikationsrunden antreten wird.  Also: Wird die Türkei auf Griechenland treffen oder Zypern . Und sie hat soeben bekannt gegeben, dass tatsächlich die vom deutschen Unternehmen Alpine Bau zu errichtende ”Christal Hall” der Austragungsort des ESC 2012 sein wird.

Ich würde sagen: Die Höhepunkte der diesjährigen ESC-Saison werden jetzt eingeläutet, weit hinten im Kaukasus, ohne technische Pannen sogar bis Island, Portugal – und wer über einen leistungsfähigen Computer samt Wlan verfügt, bis in alle Welt.

P.S.: Immer noch wird sich der Düsseldorfer Bürgermeister fragen: Hatten wir jetzt ein gutes Jahr oder nicht? Sagen wir es offen: Er hat mit der Übergabe des Schlüssels gen Baku wenigstens in Sachen Entertainment die beste Zeit seines Lebens hinter sich. Er hat alles würdig und gut gemacht – Glückwunsch. 

Armenien kommt doch nach Baku

17. Januar 2012

Das ist die Nachricht des Tages – Armenien, politischer Dauerfeind Aserbaidschans, wird Baku nicht meiden. Wie die European Broadcasting Union heute mitteilte, sind es 43 Länder, die in der aserbaidschanischen Hauptstadt an den Start gehen werden. Bis auf Italien, Deutschland, Frankreich, Spanien und das Vereinigte Königreich sowie Gastgeber Aserbaidschan müssen sie alle zunächst durch eines der Halbfinals am 22. und 24. Mai. Montenegro ist wieder mit von der Partie, Tschechien pausiert weiterhin, Österreich ist noch nicht wieder beleidigt und dabei – und Italien, wie auch San Marino, hat seine Teilnahme ebenfalls hochoffiziell bestätigt. Okay, Andorra, Monaco und Luxemburg fehlen weiterhin, aber dass Armenien, der Erzfeind, das Land des Teufels schlechthin aus Perspektive des Kaspischen Meeres, teilnimmt, ist politisch von Größe.

Wir erinnern uns: Die Türkei und Griechenland haben sich jahrelang, das war in den Siebzigern, gemieden, sofern der eine teilnimmt – und der andere dann eben nicht. Auch Israel ist so ein Dauerthema. Einige arabische Länder würden ja gern, aber solange dieser jüdische Staat mitwirkt, war und wird mit ihnen nicht zu rechnen sein, nicht Tunesien, nicht der Libanon oder auch nicht Algerien oder Marokko.

Armenien, das ebenfalls zur Erinnerung, bekam aus Aserbaidschan nie Punkte, und umgekehrt war es, meiner Übersicht zufolge, ebenso. Ictimai TV, der dieses Jahr gastgebende Sender, hat sogar Auftritte Armeniens überblendet oder schlicht übersehen. Man ist sich wegen eines Stücks Land in Aserbaidschan (Berg-Karabach) nicht einig – es brodelt in den kaukasischen Gebirgen.

Wir dürfen gespannt sein, wie es in der real existierenden ESC-Wirklichkeit in der Bakuer ESC-Zeit aussehen wird. Werden Armenier gemobbt? Kriegen sie schlechtere Bühnenbedingungen? Das können sich die Aseris nicht leisten, würde ich sagen. Und: Armenien hatte andererseits keine Wahl, als den Tripp nach Baku zu wagen. Denn um im Jahre 2013 überhaupt mitmachen zu dürfen, muss man selbst das Festival im heimischen Sendegebiet ausgestrahlt haben. Also: Eriwan hätte so oder so Baku nicht ignorieren können.

Insofern: Schön, dass es dieses Jahr wieder 43 sind!

P.S.: Die Auslosung darüber, welches Land in welchem Halbfinale zur Finalqualifikation antreten muss, findet Ende dieses Monats statt. Dann wissen wir noch weiteres mehr.

Wir sind willkommen in Baku

10. Oktober 2011

Wie sagte mir ein norwegischer Kollege, der sich wie viele vom Sender NRK heftig für den ESC 2010 abgearbeitet hat: So eine Erklärung haben wir nie abgegeben – und hätten wir auch nicht. Dass nämlich alle, die zum ESC wollen, dies auch können. Egal, wie sie sind, was sie sind und wie schräg sie auch daher kommen. Aus Baku ist diese Erklärung aber nun eingetroffen, die European Broadcasting Union hatte sie eingefordert. Die aserbaidschanische Regierung bestätigt öffentlich, dass der ESC im kommenden Jahr in Baku alle willkommen heißt, die das Festival besuchen wollen. Und zwar, nun einmal konkret gesprochen, wie schwul sie auch immer aussehen oder sind.

Die Visavergabe wird leichter als üblich gehalten werden, auch die Freizügigkeit in Baku (und Aserbaidschan selbst?, das ist noch die Frage) soll auf mittel- und nordeuropäisches Normalniveau gehoben worden. Bislang hatte die Regierung diese Deklaration nicht formulieren wollen, aber nun kam die Bestätigung vom Kaspischen Meer.

Doch Baku hatte Einsehen: Ein ESC, bei dem ein Besucher Angst und Furcht haben muss, wäre die allerschlimmste Public Relation für ein Land, das doch unbedingt als europäisch wahrgenommen werden möchte.

Zum Vergleich: 2004, nach dem Sieg Ruslanas in Istanbul, gaben die Organisatoren in Kiew zwar diese Erklärung auch nicht ab, aber der damalige Präsident Wiktor Juschtschenko ermöglichte, dass alle ESC-Besucher mit einfachem Reisepass in die Ukraine kommen durften. Russland 2009 hatte das nicht gewollt, man musste sich – und ich kann ein Lied davon singen, wie umständlich und unfreundlich das war – eine Einreise- und Aufenthaltsgenehmigung organisieren.

Ich finde, die Erklärung ist ein guter Grund, nun die Organisation der eigenen ESC-Reise weiter zu betreiben. Zumindest bei der Einreise und innerhalb des etwa zweiwöchigen Aufenthalts im ESC-Trubel müssen die Fans nicht mit Schwierigkeiten rechnen. Wohlgemerkt gelten diese Garantien nur für Besucher des Song Contest, von der eigenen Bevölkerung spricht die Erklärung nicht.

Tickets allerdings wird es noch nicht geben. Die Organisatoren gaben nämlich auch dies bekannt: Vor Anfang kommenden Jahres wird es keinen Verkauf geben. Ich finde, das ist nicht von übel. Denn davon abgesehen, dass es für eine noch längst nicht fertige Halle auch noch keinen Sitzplan geben kann, weiß doch letztlich jeder: Wer will, kriegt immer ein Ticket. Das war in Kiew so und wird auch in Baku nicht anders aussehen.