Ihr Comeback!

19. November 2008

Sie muss es in Kopenhagen gespürt haben: Es hat sich gelohnt, man hat mich nicht vergessen. Vor drei Jahren wurde in der dänischen Hauptstadt die Show zum 50. Geburtstag des Eurovision Song Contest gegeben – und sie, die jahrelang wie vom Erdboden verschluckt war, avancierte an diesem Abend zum Star: Anne-Marie David, mit “Tu te reconnaîtras” (Du wirst dich wieder erkennen) Siegerin für Luxemburg, erhielt Szenenapplaus. Sie trug nicht mehr diese langen, mittelgescheitelten dunklen Haare, aber an ihrer Stimme war sie wieder zu erkennen, ohne zu zögern: kristallklar, kraftvoll, durchdringend, bezwingend, zwingend – schön!

Anne Marie David beim ESC-Fiale 1979. Foto: UPI/Picture Alliance

1973 war sie, als Nachfolgerin von Vicky Leandros von Luxemburgs RTL-Managern ausgesucht, als Außenseiterin angetreten. Ihre Konkurrenz war stark, nicht allein die spanischen Mocedades hatte sie als Rivalen, sondern auch die für Deutschland singende Dänin Gitte, vor allem den Engländer Cliff Richard. Mit einer Performance, die beispielhaft war für Mut zur Ekstase, gewann sie deutlich vor den Spaniern und dem Briten. Madame David, die in Paris in der Rolle der Maria Magdalena in dem Lloyd-Webber-Musical “Jesus Christ Superstar” entdeckt wurde, hatte im Grunde keine Chance – aber ihre Präsenz, ihre wie glühend scheinenden Augen, ihr blutrotes Kleid – das machte sie so unwiderstehlich. Gegen sie wirkten alle bieder und eher wenig am Sieg interessiert.

Die David aber zeigte ihren KollegInnen, wie man auf die Sekunde konzentriert zu Werke geht. Im Interview erzählt sie es ja auch: Wenn das Orchester beginnt, hat man alle Nervosität vergessen. Das ist zwar simpel gesagt – man muss auch können, was man können soll, sonst ist alle Konzentration ja wohlfeil -, aber zutreffend: Anne-Marie David gewann, weil sie es unbedingt wollte. Und gegen sie hatten Gitte, Marion Rung oder auch Cliff Richard etwas Beliebiges, ja Albernes. Dass ihr keine Weltkarriere beschieden war, mag daran gelegen haben, dass es nicht jedem Eurovisionsgewinner beschieden ist, aus dem Sieg Gold zu machen – wie im Jahr darauf der schwedischen Band Abba. Aber ihr beim Singen zuzuschauen, berührt mehr als es dies bei Vicky Leandros vermochte.

1979 sang sie für Frankreich und behauptete, ein Sonnenkind zu sein: Sie hat das, was man nicht trainieren kann: Magie. Elisabeth Andreassen, Norwegens Entertainerin und häufig selbst im ESC-Einsatz (für Norwegen wie für Schweden), nennt Anne-Marie David als ihre Lieblingssängerin: “Damals”, sagte sie im Interview viele Jahre später, “war ich jung – ein Mädchen. Als ich diese Luxemburgerin sah, war ich verloren. Ich wollte auch so ein schönes Lied und beim Eurovision Song Contest singen. Sie war mein Vorbild, sie ist die Frau, die mir auf der Bühne zeigte, wie es gehen konnte. Ich musste ihren Weg gehen.” Ein schöneres Lob kann die David nicht ernten; es mag ihr eine Befreiung gewesen sein, all ihre Bühnenklamotten zu verbrennen – sie wird sie wieder brauchen, möglicherweise auch in Moskau. Wie dürfen uns auf sie freuen.

Slowakei traut sich wieder

29. September 2008

Folgt man der aktuellen Televotinglogik, hat sich die Slowakei zu einem tapferen Projekt entschlossen. Nächstes Jahr in Moskau wird dieses Land, umgeben von Nachbarn wie Ungarn, Österreich, der Ukraine, Polen und Tschechien, am 44. ESC teilnehmen. Jene Logik, die nun die Wiedereinführung der Juries begründet, wird nicht günstig ausfallen für die Slowakei: Das Land hat nämlich kaum Freunde in Europa, weder kulturelle noch Migranten, die aus der Slowakei in nennenswerter Größe ausgewandert sind, und sei es als Zeitarbeiter. In Österreich arbeiten viele Slowaken, die könnten für ihre frühere Heimat stimmen, aber, nun ja, Österreich wird nicht werten, denn es nimmt ja nur in Form einer Liveübertragung des Finales teil. Andere Länder, Litauen, Lettland, Griechenland, die Türkei oder die Ukraine haben viele Freunde in der Welt – und oft stimmen sie für ihre einstigen Heimaten.

Glücklose Kandidatin: Katar?na Hasprová trat 1998 für die Slowakei an. Foto: Screenshot/NDR

Überhaupt muss man die Slowakei, so heißt es aus Kreisen des slowakischen Fernsehens STV in Bratislava, ernst nehmen. Es gibt ein Budget, um sich den Ausflug nach Moskau leisten zu können. Erstmals nahm die Slowakei 1994 in Dublin am ESC teil – und schaffte nur einen 19. Platz mit der Rockband Martin Durinda & Tublatanka. Marcel Palonder belegte zwei Jahre später mit “Kym nas mas” den 18. Platz, was das beste Resultat der slowakischen ESC-Geschichte war. Auch Katerina Hasprovas Lied “Modlitba” schnitt mies ab, als 21. in Birmingham gab sie später allen möglichen Umständen die Schuld, Dana International unter anderem, weil sie ja kein Mann mehr sei. Bizarr war sie, diese Dame. Nun also zum vierten slowakischen Auftritt: Es könnte wieder schiefgehen. Das Land kann nicht auf eine glorreiche ESC-Geschichte blicken, obendrein wird die Slowakei wie ein Debütant wirken – so wie Tschechien, das seit zwei ESCs mitmacht, aber auch keinen angenehmen Eindruck hinterlassen konnte. Andererseits: Wer hätte bis Lordi Finnland anders als tragisch nenne nwollen?

Ein alternder Star

21. August 2008

Als die klassische ESC-Welt noch heil war, galt Jahr für Jahr: Anderthalb Dutzend Länder Europas singen an einem Abend im Frühling – und am Ende hat Großbritannien gewonnen oder wenigstens einen der ganz vorderen Plätze belegt. Trotz der sechs irischen Siege bis 1996 ist das Vereinigte Königreich die erfolgreichste ESC-Nation, rechnet man alle Top-Five-Platzierungen hinzu und zählt nicht allein die ersten Ränge.

Mary Hopkin, britische ESC-Teilnehmerin von 1970 - sie wurde Zweite. Foto: Central Press

Dass Großbritannien seit 1997, dem Jahr, als Katrina mit ihren Waves siegte, keinen Blumenpott mehr gewann, kein ESC-Kandidat aus diesem Land den Sprung in die erste Pop-Liga geschafft hat, liegt zunächst an einem Verlust: Dem, neben Irland und Malta einzig auf Englisch singen zu dürfen. Vom Jahr 2000 an konnten alle Länder die Kernsprache der Popmusik nutzen – und das Vereinigten Königreich schnitt nur noch einmal, mit Jessica Garlick, passabel ab. Ein 26. Platz, 2003 in Riga, war der Tiefpunkt der ESC-Geschichte Großbritanniens.

Und das war kein Wunder: Die Songs von der Insel waren durch die Bank schlecht. Nichts erinnert mehr an die Popfabrik namens Großbritannien, die Cliff Richard, Olivia Newton-John, Sandie Shaw, Mary Hopkin, Brotherhood of Man oder Bucks Fizz hervorgebracht hat. Acts, die den ESC benutzten, um über das Heimatland hinaus berühmt zu werden.

Heute ist das nicht mehr nötig. Erstens ist Musik generell nicht mehr so wichtig wie früher – wo überall Sound ist, nimmt der Rang eines Liedes, selbst wenn es eine Perle ist, im Klangbrei insgesamt ab. Zweitens aber ist durch Internet und den internationalen Handel überhaupt die Vernetzung der Welt intensiver geworden. Der ESC als Popexportschau hat an Rang verloren.

So ist es keine Überraschung, dass man in Großbritannien vor sich hin nostalgisiert. Man erinnert sich an früher und missachtet, dass die jüngeren Teilnehmerländer kein Interesse am Gestern des ESC haben. Russland und all die anderen Länder sind ja erst seit den mittleren Neunzigern dabei – deshalb rührt sich bei denen nichts, wenn das halbe ESC-Europa mit Blick auf Bucks Fizz oder Lulu in “Schön war’s”-Stimmung gerät.

Und Terry Wogan, der legendäre Radiomoderator, erst neulich, wir würdigten es mit einem Blogglückwunsch, 70 Jahre alt geworden, war bislang der Garant, dass es so nostalgisch blieb. Das Vereinigte Königreich interessiert sich nur noch marginal für den ESC – und Wogan war der perfekte Ausdruck dieser Situation. Nun hat der Mann, der wie kein anderer den ESC in Großbritannien verkörpert, seinen Rückzug angekündigt. Auch die Insel steht jetzt vor einem Neuanfang beim Vorentscheid – zumindest was den Moderator, vielleicht auch was die Show betrifft.

Ob es Hoffnung gibt, dass aus Großbritannien wieder konkurrenzfähige Interpreten zum ESC reisen? Ich fürchte nein. Paul Potts, der Ariensänger, wäre so ein Magic-Moment-Mann gewesen, aber der Rest des britischen Pop-Nachwuchs ist entweder satt oder unfähig. Beim ESC anzutreten, ist rufschädigend: Etwas Schlimmeres kann einem Event nicht passieren. Oder regt sich da Widerspruch?

Reise in die Vergangenheit

12. Juni 2008

Nur eine halbe Stunde mit der Eisenbahn vom Trainingslager der DFB-Mannschaft bei der Fußballeuropameisterschaft entfernt liegt Lugano. Man fährt von Ascona am Lago Maggiore an den Lago di Lugano. Am Bahnhof besteigt man eine Bergbahn, mit der man auf Seehöhe gelangt – und dann erkennt man das paradiesische Panorama dieses legendären Orts. Ja, hier hat der erste Grand Prix Eurovision stattgefunden, am 24. Mai 1956, ein Donnerstag. Sieben Länder nahmen teil, es waren die sechs Gründungsländer der heutigen Europäischen Union plus die Schweiz – und je Nation durften zwei Lieder präsentiert werden.

Lys Assia beim ersten Grand Prix Eurovision 1956 in Lugano.

Die für mich wichtigste Aussage machte Lys Assia, eine damals sehr populäre Sängerin aus der Schweiz – und mit “Refrain” die erste ESC-Gewinnerin. “Es war echter Schmuck, den ich auf der Bühne trug.” Es war auch ein echter Revuepalast, in dem das Festival ausgetragen wurde, er nannte sich Teatro Kursaal. Als ich den Bergbahnfahrer frage, ob er dieses Theater kenne, antwortet er, das sei früher ein gutes Haus gewesen, nun aber ein Casino. Dieses finde ich tatsächlich: Ein moderner Palast, in dem spielwütige Menschen ihr Glück bei Roulette und Baccara und an Daddelautomaten suchen.

Das Spielcasino in Lugano bei Nacht. Foto: Florian Werner

Seit fünf Jahren ist das Casino hier am Platze. Das alte Teatro Kursaal, erinnert sich die Empfangschefin, musste abgerissen werden, sie kannte es noch, ihr Vater war Croupier, erzählt sie. Eine Art Spielbank gab es im Teatro Kursaal – und sie war ein kleines Mädchen, als ihr Vater sie in diese glamouröse Welt mitnahm. Es war passend, dass der ESC an diesem Ort stattfand. Die Fünfziger – das war die Welt des beginnenden Jetsets, man spielte in Casinos an edlen Roulettetischen, die Damen trugen wunderschöne Kleider, die Herren wären niemals auf die Idee gekommen, ohne Krawatte auch nur an die Tür des Casinos zu klopfen.

Hier also hat Lys Assia die legendäre Premiere gewonnen – es war so passend, dass sie betonen musste, es sei echtes Geschmeide gewesen, dass um ihren Hals hing. Dieses Lugano sieht an diesem See bestürzend schön aus. Abends, in der Dämmerung beginnen auf den anderen Seeseiten die Lichter der Häuser zu glänzen, sie wirken wie Glühwürmchen. Am Ufer selbst, viel hübscher als ein roter Teppich sein könnte, Palmen … Lys Assia erinnerte sich auch daran: “Die Palmen raschelten im Wind, als ich nach dem Sieg aus dem Saal kam und der Wind schmeichelte meiner Haut.” So fühlen sich Siegerinnen – für sie ist alles wie Champagner auf dem Gemüt.

 

Aber so sehr man dieses Lugano preisen kann, diese halbedle Welt zwischen großbürgerlichen Wohnhäusern am Ufer der Stadt und versunkener Jetsetherrlichkeit früherer Jahre: Diese Welt ist ebenso aus der Mode wie ein ESC jener Jahre kein Vorbild für heutige Festivals unter der ESC-Überschrift sein kann. Heute geht es um die beste Show – aber Entertainment, Inszenierung war auch damals alles. Die Assia wusste sehr gut, dass es für die Juroren auf das Äußere ankam, wollte sie Punkte bekommen.

Luganos Teatro Kursaal ist also zu einem Casino umgebaut worden, das ein wenig an einen monströsen Kühlschrank mit blankpolierter Fassade erinnert. Die Welt der Revuetheater ist vorbei – und der Preis für die gewachsene Europameisterschaft der Popmusik ist, dass er sich nicht mehr elitär halten lässt. In Lugano erkennt man, was passiert, wenn man zu lange an der Erinnerung hängt: Wenn dann plötzlich alles altmodisch, einsturzgefährdet aussieht, wird viel zu hastig renoviert. Dann sieht es aus wie dieses Casino – zweckmäßig und glanzlos.

Die Ästhetik der Lys Assia ist vorbei, sie lebe lang und hoch – aber der ESC kann niemals mehr eine quasiadlige Veranstaltung, snobistisch und eitel, sein, sondern er ist ein Popfestival, das eben wie in Belgrad in einer Sportarena stattfindet. Das fühlt sich nicht mehr sehr distinguiert an – aber es ist zeitgemäß und demokratisch. Denn von demokratischen Zuständen konnte ja bei Lys Assia keine Rede sein. Bis heute ist ungeklärt, wer für sie gestimmt hat. Die Punktzettel sind vernichtet worden. Solche Zeiten möchten wir doch nicht mehr zurück: Dass ein Geheimgremium bestimmt, was uns zu gefallen hat.

Lugano lohnt jede Reise. Es ist schöner Flecken. Sehr ältlich – die Stadt bringt es in diesen Tagen nicht einmal zum Public Viewing bei den Fußballspielen des EM-Turniers. Es hat einen sehr schläfrigen Beiklang, streunert man durch diese Stadt.

Doch heute ist heute. Der alte Grand Prix Eurovision ist tot. Der Beweis ist – Lugano!

Vielstimmiger Katzenjammer

10. Juni 2008

Die erste Depression ist einer tiefen Melancholie gewichen – niemand weiß also genau, was nun auf dem ESC in Deutschland werden soll. Wie Dieter Bohlen vorschlägt – eine Stimme, die toll ist? Oder sollten, wie Ralph Siegel sagt, Spitzenkomponisten zusammen kommen, auf dass sie Deutschland einen wunderbaren, international reputierlichen Song zubereiten? Zusammen – oder je einzeln? Oder soll die ARD sich ganz aus dem ESC zurückziehen? Spielen wir mal diese Ideen durch …

Pyrotechnik beim deutschen Voretnscheid 2008. Foto: Christine Lamprecht/NDR

1. Deutschland zieht sich aus dem ESC zurück? Falsch! Man kneift niemals gerade dann, wenn es nicht so gut läuft. Nur wenn man auf dem Zenit ist, dann wäre eine solche Konsequenz erträglich und würde vermeiden, international schweren Flurschaden zu hinterlassen. Nach 53 Jahren – zumal als Land, das am ersten ESC in Lugano teilnahm – verbieten sich solch trostlose Reaktionen.

2. Dieter Bohlen kümmert sich? Zurück gefragt: Warum eigentlich? Der Mann, der mittlerweile durch DSDS berühmt ist, hat etliche Male am ESC teilgenommen, 1989 (für Österreich und Deutschland) sowie 1992 für Österreich – und niemals ist eine seiner Kompositionen international nicht durchgewunken worden. Der Mann ist in Deutschland ein Held, international aber muss das gar nichts heißen. Alexander Klaws, erster DSDS-Gewinner, belegte 2003 in der Show “Die Welt sucht einen Superstar”den drittletzen Platz.

3. Alex Christensen und Frank Fahrian werden bemüht? Weshalb bloß sie? Ihre Berühmtheiten nützen international – für die dreimütige Orgie in Magie und Entertainment – gar nichts. Ihre Namen zu nennen überspielt die allgemeine Hilflosigkeit, die in Deutschland in Sachen ESC grassiert. In Wahrheit nützen gute Namen nichts. Denn Christensen wie Fahrian sind nicht dafür bekannt, ihre besten Kompositionen beim ESC verbrennen zu lassen.

4. Mal wieder deutschen Schlager? Die No Angels bekamen 14 Punkte in Belgrad. Zwei aus der Schweiz, zwölf aus Bulgarien. Einen Schlager der traditionellen Bauart ins Rennen zu schicken, hieße, diese 14 Zähler auch noch zu riskieren. Beim ESC hat in den vergangenen Jahren kein Schlager auch nur die Nähe des Publikumsgeschmacks getroffen.

5. Ralph Siegel? Mr. Grand Prix in Deutschland? Er würde gerne. Wir haben nichts gegen ihn, ich mag ihn sogar sehr. Aber die Komponisten und Texter, die während der vergangenen sieben ESC-Jahre für die Siege verantwortlich zeichneten, haben ein Durchschnittsalter von Anfang dreißig. Mehr muss man dazu nicht sagen.

6. Endlich mal eine Weltklassekomposition entwickeln? Eine verführerische, gleichwohl irre Idee. Nicoles “Ein bisschen Frieden” wäre im Sinne von “Ein bisschen Punktekrieg” auf den vorletzten Platz durchgereicht worden, wäre die Interpretin nicht so kongenial gewesen. Ich denke, eine gute Komposition wie ein guter Text sind das eine, eine Performance, die es in sich hat, das entscheidend andere. “Hardrock Hallelujah” wäre in einer der finnischen Styles der Neunzigerjahre abgeschifft – erst Lordi haben aus dieser Allerweltsnummer ein Pop-Juwel gemacht.

7. Ich plädiere für einen Entertainment-Wettbewerb. Wie ihn vor gut vier Jahren Max Mutzke bei Stefan Raab gewann. Raab, apropos, ist der einzige unter den in den vergangenen Tagen seit Belgrad genannten Menschen, die echt Ahnung haben, wie international der Takt schlägt.

8. Nur wer sich mit Leib und Seele in ein Lied hängt, kann international auch gewinnen. Siehe Michelle 2001 in Kopenhagen. Oder Guildo Horn 1998 in Birmingham. Sie schnitten platzierungsmäßig gut ab, wenn es auch nicht für die ganz vorderen Plätze reichte. Aber: Sie hinterließen international einen respekablen Eindruck. Und in unserem Land den
Glauben, dass der ESC ein Festival ist, bei dem man alles aus sich herausholen muss und dies auch kann.

9. Nach dem ESC ist vor dem ESC. Hat jemand gute Vorschläge, die nicht bereits genannt sind?

Hilfe von Ralph Siegel?

5. Juni 2008

Die Ralph-Siegel-Gruppe Wind beim ESC 1987. Foto: picture alliance

Jetzt auch das noch: Ralph Siegel, der in Sachen Eurovision Song Contest seit 1987 (“Lass die Sonne in dein Herz”, Wind) keinen Erfolg mehr hatte, der aber unauslöschlich als Vater des Sieges von Nicole 1982 in Harrogate in Erinnerung bleiben muss, hat vorgeschlagen, Dieter Bohlen, Frank Farian, Alex Christensen und er selbst sollten eine Jury verkörpern, die im kommenden Jahr einen Song für Moskau bestimmt. Er macht diesen Vorschlag über das “Hamburger Abendblatt”, und das ist keine schlechte Adresse für die Wirren um das Debakel der No Angels.

Andererseits möchte ich zu bedenken geben: Siegel stammt aus einer Ära, die quasi noch von der Schellack-Abspieltechnik berührt wird. Und seine Kritik, die No Angels und ihr Lied “Disappear” hätten “überhaupt keine deutsche Identität” transportiert, beleuchtet das ganze Problem. Nämlich, dass es beim ESC nicht mehr hauptsächlich um nationale Identitäten geht. Deutschland ist multikulturell, das weiß auch Ralph Siegel – und er selbst kann eine Renaissance zu begründen nicht beanspruchen. Seine schweizerische Castingband Six4One scheiterte 2006 in Athen, und seine Corinna May wie auch Lou (2002 und 2003) wurden doch international gesehen als peinsam überhört.

Nein, ein Neuanfang darf nicht über selbsternannte Explatzhirsche der Musikszene begonnen werden. Siegel, den verdienstvollsten Mann in der deutschen ESC-Geschichte, wollen wir als Schirmherrn, als Paten – aber seine kompositorische Kraft, die ist, nun ja, umstritten, was das zeitgenössische Format anbetrifft.

Und noch dies: Eine gute Komposition einzureichen, wie er es fordert (und wie er wünscht, dass man sie von ihm gern hätte), ist nur ein Anfang. Es kommt auf Choreographie an, aufs Arrangement und auf Magie. Siegels Interpreten waren stets – zuletzt Nicole! – ohne Magie, sie waren Castingfiguren. Beim ESC ist die Komposition nur ein Element, sonst würde es ein Wettbewerb der Komponisten werden. Beim ESC kommt es auf den Sound an, auf den Zauber eines Acts.

Über all diese Vorschläge muss diskutiert werden, und wir tun es hier, auf der NDR-Eurovisions-Seite. Gut so! Diskutieren wir also: Was wäre nützlich – um den ESC in Deutschland wieder zum glanzvollen Fest zu machen?

Die erste Nacht überstanden

17. Mai 2008

Falls die Flut an SMS-Nachrichten von mir richtig eingeordnet wird, ja, dann stimmt: Die No Angels haben unbeschadet ihre erste Belgrader Nacht überstanden. Alles dreht sich jetzt um das wahre Leben, um den Auftritt in einer Woche, um Texte und Textilien. Wer außerhalb des Eurovisionsgeschehens denkt, innerhalb dieses Geschehens werde an irgendetwas anderes als an dieses Geschehen gedacht – China, Birma, Steuersenkungen, Gerechtigkeit und all das andere -, irrt. Das ist wie bei der Fußball-WM vor zwei Jahren. Alles in Deutschland war ein flammendes Multikulti-Begeisterungsmeer – Nörgler hatten nicht den Hauch einer Chance. Das haben eben nervös stimmende Dinge wie ein Ereignis, an dessen Ende es einen Gewinner, aber eine Flut an Verlierern gibt, so an sich. Verlierer? Machen wir uns nichts vor: Ja, wer nicht gewinnt, hat verloren. Wer hinterher sagt, “mein 14. Platz ist ganz super”, wird eine tröstliche Formel gehört haben, die unmittelbar davor schützt, eine Spontandepression zu bekommen. Nicht mehr, nicht weniger.
 
Während also die deutsche Delegation einerseits cool – all die Fernsehmacher – bleibt, die Künstler aber wahrscheinlich allenfalls cool tun (eben, die No Angels und ihr Tross), sind die Teilnehmer der 38 Halbfinal-Länder am Rande der Hysterie. Die Proben sind weitgehend vorbei, Montag geht es in die General/Kostüm/Ton-Proben. Denen gehen jetzt alle Fragen durch den Kopf: Was mache ich mit so einem langen Wochenende? Die Birne zudröhnen? Geht nicht, man könnte in Verdacht geraten. Schlafen? Geht erst recht nicht, könnte Alpträumen den Weg bahnen. So läuft die Welt: Die einen sind vollständig fokussiert auf das, was sie betrifft; die anderen auf anderes: Und beide Seiten gucken sich mit Blicken an, als ob der jeweils andere nicht ganz bei Trost ist.
 Katja Ebstein bei ihrem Finalauftritt 1980 (Foto:
Hilft aber in solch einer Probenwoche Routine? Nein, weshalb denn? Eine wie Katja Ebstein hat ja 1980 ernsthaft sagen können, na ja, ich war schon zwei Mal dabei, mein “Theater” wird schon okay laufen. Aber wie die deutsche Grand-Prix-Legende mal sagte: “Ich war so angespannt wie 1970 in Amsterdam oder 1971 in Dublin. Lampenfieber macht einen fertig, da kann man noch so selbstvertraut sein.” Noch fertiger, fügte sie an, mache das Warten, das ewige Warten. Aber das sei ihr 1980 nicht so schwer gefallen, elf Jahre im Popgeschäft, da weiß man, wo der Hase läuft. Aber all die Jungen, die jetzt in Belgrad an den Start gehen: Die allermeisten Youngster, anfällig für jede Angst, jede Einflüsterung … Am Ende gewinnt, wer sich am besten hat abschirmen können, ohne dabei ins Koma gefallen zu sein. Die No Angels, so flüstert mir ein Nachrichtenbote aus Belgrad gerade per SMS zu, haben gut geschlafen. Und was soll das bedeuten? Wir wüssten gern mehr!

Massiel bleibt die einzige Siegerin von 1968

13. Mai 2008

Cliff Richard gratuliert der Siegerin Massiel

Sie bleibt die einzige Siegerin des Eurovision Song Contest – und sie wird sich auch den Titel nicht nachträglich mit Cliff Richard teilen müssen: Auch wird “Congratulations” nicht noch kultiger, nur weil “La La La” möglicherweise durch spanische Betrugsabsichten, vollendet oder nicht, die Krone jenes Jahres errungen hat. Das hat, in der ihm eigenen Deutlichkeit, Svante Stockselius auf Nachfrage des NDR mitgeteilt.
Zu den Indizien um die von Diktator Franco damals inspirierten Punkteschiebereien zugunsten Massiels sagte der Generalsekretär des Eurovision Song Contest: “Gerüchte, Gerüchte, Gerüchte. Wenn wir ernsthaft allen Gerüchten nachgingen, von denen wir so hörten, hätten wir nichts anderes mehr zu tun.” Und: “Nein, wir werden dieser alten Geschichte nicht mehr nachgehen – und wir werden die Geschichte nicht umdrehen.”
Vorige Woche scheuchte eine Meldung aus Spanien die europäischen Pop- und Grand-Prix-Historiker auf: Massiels Sieg soll erschummelt worden sein, damit das rechtsdiktatorische Spanien an Prestige gewinne. Nun ist die Sache geklärt. Cliff Richard, der neulich anmerkte, sollte er zum Sieger nachträglich erklärt werden, er wäre dann der glücklichste Mensch, den man sich vorstellen kann, wird weiter sich grämen müssen.
Ihm geht es dann wie deutschen Fußballanhängern, die auch keine Annullierung des WM-Endspiels von 1966 versprochen bekamen, nachdem TV-Videoaufnahmen weitgehend zweifelsfrei bewiesen, dass das dritte Tor der Engländer keines war. Tatsachenentscheidung! hieß es seitens des Fußballverbandes Fifa, eine eben solche wie vor einigen Tagen bei der Eishockey-WM in Kanada, als Finnland ein Tor anerkannt bekam, das erwiesenermaßen nicht über die Torlinie, sondern über ein zu großlöchriges Netz ins Torfeld schlüpfte. Tatsachenentscheidungen, finde ich, müssen eben genommen werden, wie sie fallen.

Stockselius kommentierte unsere Anfragen im Übrigen lapidar mit diesem Satz: “Seit es unser System des Televotings gibt, sind Fälle wie die aus dem Jahre 1968 unmöglich.” Damals gaben Juries Stimmen ab, heute sind es, Gott sei Dank, nur Zuschauer, und zwar alle Zuschauer, die dies wollen. Ich finde: Eine weise Entscheidung der Eurovision. Geschichte lässt sich eben nicht einfach zurechtbiegen!

Massiel nur durch Betrug Siegerin?

7. Mai 2008

Man fasst es nicht. Und in der Eurovisionscommunity schlägt die Nachricht, von Tromsö bis Haifa, von Porto bis Zwiesel im Bayerischen Wald, wie eine Bombe ein: Massiel, 1968 spektakuläre Bezwingerin von Cliff Richard und seinem “Congratulations”, habe ihren Sieg nur den betrügerischen Aktivitäten des diktatorischen Franco-Regimes und seiner Handlanger beim spanischen Staatsfernsehen zu verdanken. In Wahrheit also wäre Cliff Richard der Sieger.

Cliff Richard

Was soll passiert also sein? Soweit jetzt schon bekannt ist, hat das TVE, das spanische Fernsehen, auf Geheiß des klerikalfaschistischen Diktators Franco in den europäischen Ländern, welche beim ESC in der Londoner Royal Albert Hall, mitmachen würden, Punkte organisiert. Und zwar, so heißt es, indem den besuchten Sendern versprochen wurde, Shows und andere Sendungen zu kaufen; oder dass bestimmte Musikformate auf dem spanischen Markt veröffentlicht würden.

Hintergrund: Spanien war seit Ende der Dreißigerjahre ein totalitäres Regimes – keine Meinungsfreiheit, moralisch galten die Dogmen der katholischen Kirche als strikt verbindlich für alle, Folter und Todesstrafen waren im Justizalltag notorisch. Es galt, weil all dies in den demokratischen Öffentlichkeiten des anderen Europa längst bekannt war, diesem Imageschaden zu beheben. Zunächst verhinderte Franco mit seinen Gehilfen, dass Manuel Serrat für Spanien antritt. Der Katalane, der sein Lied auch selbst komponiert hatte, hätte eben die Sprache seiner Heimat gesungen, Katalanisch. Aber die galt den spanischen Obristen als gefährlich, denn das Gebiet rund um Barcelona galt als widerständig im Gegensatz zum franquistischen Madrid. Inthronisiert wurde Massiel, für die eigens ein Arrangeur angeheuert wurde, welcher ihr “La La La” mit internationalem Sound ausrüstete: Bert Kaempfert, der berühmte deutsche Liedausschmücker.

1968 selbst war vor dem Abend in der Royal Albert Hall Cliff Richard so favorisiert wie vorher und auch nach ihm kein anderer ESC-Interpret. Er musste gewinnen: “Congratulations” war ein solch bombastisch perfektes Lied, dargeboten von einem Entertainer, der damals in Europa ein Star war wie es heute nur Robbie Williams ist.

Aber dann … bekam Massiel viele Punkte. Bei der vorletzten Wertung, der aus Frankfurt am Main, bekam das Publikum in der ehrwürdigen Royal Albert Hall einen Schock. Massiel erhielt sechs Punkte, Cliff Richard nur zwei. Seltsam! Mit einem Punkt lag die unbekannte Spanierin nun vorne. Noch sollte die jugoslawische Wertung kommen. Aber aus Belgrad gab es für die führenden drei Länder, Spanien, Großbritannien und Frankreich (mit Isabelle Ausbret und ihrem “La Source”) keinen einzigen Zähler mehr.

Die gesamte Nation, die Cliff Richard vertreten hatten, ja, das Publikum in der Royal Albert Hall war einem spektakulären Trauma ausgesetzt: Wie konnte das passieren?

Die Dinge harren der weiteren Aufklärung, noch sind keine Belege beigebracht. Aber: Es ist wohl so wie beim Sport. Nichts ersetzt den Liveaugenblick. Beim 100-Meter-Finale von Seoul gewann Florence Griffith-Joyner mit einer wohl dopingunterstützten Zeit von sonderbaren Klasse. Die hinter ihr liegende Zweite hätte, selbst wenn das Doping je bewiesen worden wäre, niemals den Sieg auskosten können.

Cliff Richard bekundete nun, er wäre glücklich, würde er, doch noch zum Sieger erklärt werden. Denn: “Ich laufe immer als Zweiter herum. Aber ich wäre der Glücklichste, könnte ich sagen, ich habe doch gewonnen.”

Meine Meinung? Massiel hat gewonnen, und das möge auch so bleiben. Denn der Betrug, wenn es denn einer war, ist verjährt, und zwar nach allen Strafgesetzbüchern der Welt. Massiel hat außerdem kein schlechtes Lied gesungen. Es war modern, es wirkte sehr modisch, sehr Dusty-Springfield-haft. Massiel war auch klamottenmäßig auf der Höhe der Zeit. Fragwürdig nur, dass Spanien mit diesem möglicherweise erkauften Sieg Prestige gewann. Ist die spanische Diktatur zu beseitigen, wie es erst 1975 gelang, ein paar Jahre gerade deshalb verschleppt worden?

Cliff Richard aber sollte im Nachhinein zum Mitsieger erklärt werden. Es wäre eine Genugtuung für alle, die den neben Abbas “Waterloo” und Domenico Modugnos “Volare” wichtigsten und populärsten ESC-Song aller Zeiten gern hätten triumphieren sehen. Betrug ist Betrug: Verjährt – aber moralisch hätte Cliff Richard die Krone verdient. Und, da bin ich für keinen Kompromiss zu haben, die Gerüchte um die spanischen Manipulationen, von denen es nach Aussage der Schweizer Sängerin Sandra Simo auch 1990 Versuche gab, beweisen nur, dass Juries nie wieder das Sagen haben sollen. Juries sind korruptionsanfällig und grundsätzlich käuflich. Besser ist das Televoting.

Lang lebe Massiel! Länger lebe “Congratulation” und sein furioser Interpret: Cliff Richard. Glückwunsch ihm – leider offenbar nur nachträglich!

Svante Stockselius von der Eurovision war bislang zu keiner Stellungnahme zu haben. Wir tragen das nach.

Wir sind enttäuscht!

2. Mai 2008

Wenn Mütter – nur selten verstehen sich Väter auf diese Rolle – ihren Kindern große Missbilligung mitteilen möchten, schlagen sie niemals, sondern sagen: “Ich bin enttäuscht.” Ein brutaler Satz erst recht, wenn er lang gezogen wird, wie ein böse klebriges Kaugummi, das man nicht mehr aus der Zahnlücke bekommt. Und was hat das mit dem ESC zu schaffen?
Wir sind enttäuscht!
Traurig. Ratlos. Irritiert.
Und zwar über einen unserer Liebsten, einen der Besten, den die ESC-Geschichte hervorgebracht hat. Über Johnny Logan nämlich. Die heulende Schluse aus Irland, zwei Mal selbst singend ganz vorne, einmal, 1992, mit Linda Martin, als Komponist. Logan, der Schwerenöter, hat nun öffentlich gesagt, er könne sich mit dem Grand Prix Eurovision nicht mehr anfreunden, alles sei schrecklich, das ganze Konzept stimme nicht, keine Qualität gewinne mehr, sondern nur das Schrille und Schräge.

Johnny Logan

Und so seufzen wir: Ist nötig, dass er das sagt? Dass er seine Meinung nicht für sich behalten kann? Denn war es nicht so Logans Zeiten auch so, dass immer ein plärrender Mensch sagte, das Niveau stimme nicht mehr beim ESC. Früher musste sich Logan sogar gefallen lassen, dass man sowohl “What’s Another Year” wie auch “Hold Me Now” für übles Schnulzenwerk hielt und es als Ausverkauf des guten Geschmacks geißelte. Und vor solchen Anwürfen haben wir Logan immer in Schutz genommen. Aber stimmt überhaupt, was Logan sagt? Dass Qualität beim ESC keine Chance habe?

Ich glaube nicht. Richtig ist bestimmt, dass die ESC-Songs allesamt nicht an die Güte europäischer Klassik heranreichen: Selbst das chansonhafteste Chanson kann es für Bildungsbürger nicht mit Chopins Etüden aufnehmen, selbst wenn es Aretha Franklin und Elton John zusammen präsentieren. Aber ich schweife ab: Ich glaube nämlich, dass Logan einfach nur mal seinen Mund zu voll genommen hat. Dass er davon ablenken möchte, dass seine Laufbahn ihre beste Zeit ungefähr 15 Jahre hinter sich hat. Dass er keine Hits mehr bringt, dass er wie alles Irdische im
Popgeschäft langsam vergessen wird, liegt sein Aktualitätswert nur lang genug zurück. Logan ist ein Mann, der, obendrein etwas füllig geworden, zum geistlosen Kommentar neigt, weil das Brüllen des Löwen nur noch heiser und dissonant klänge. Logan ist von gestern, das ist schade, aber so ist das!

Er reiht sich ein in die Schar jener ESC-HeldInnen, die von diesem Festival alles bekamen, von ihm profitierten – und nun, Undank ist der Welten Lohn, sich beschweren, dass ein Triumph nicht für ewig hält. Das gilt für das dauernde Gemecker von Udo Jürgens gegen den Grand Prix wie auch das Genöle der Vicky Leandros, aber auch trifft das das Gemaule von Howard Carpendale, der nicht mal weiß, wovon er spricht, wenn er den ESC kritisiert, er hat ja nicht einmal riskiert, dort mitzumachen.

Johnny Logan wollen wir dennoch in Ehren halten, aber müssen wir ihn
deshalb ernst nehmen? Qualität ist, was gewinnt oder was einer oder eine für qualitativ gut hält. Logan hat offenbar andere Ideen von Güte als Millionen andere. Das macht seine Meinung nicht schlechter als die von anderen, beispielsweise die von mir hier. Aber ist er eine besondere Autorität? Nein. Er ist nur ein dreifacher ESC-Gewinner, der erschrocken scheint, längst von der Bühne getragen worden zu sein.