San Marino muss nachsitzen

18. März 2012

Dieser kleine Flecken mitten in Italien, kaum größer als der Vatikanstaat oder Andorra, hat uns nicht enttäuscht: Ja, San Marino hat sich für seinen dritten Versuch beim ESC den Münchner Komponisten Ralph Siegel eingekauft. Valentina Monettas Lied war allerdings noch offen – und es heißt nun: “Facebook”. Kaum hatte ich diese Info gelesen, kriegte ich schon Twitter- und Mailkommentare: “Bitte?” und “Siegel – das ist sein allerschlimmstes Lied” seit jenem für Montenegro oder “Frei zu leben” für Daniel Kovacs und Chris Kempers. Es ist ein überaufgeregtes Stück Lieblos-Pop, dessen Inhalt sich darum dreht, dass “Facebook” arg zu sexualisiert sei. Ich denke, der Mann, der für den Text des englischsprachigen Liedes zuständig war, hat keine Ahnung von dieser Plattform. Sex? Ist “Facebook” ‘ne erotische Hotline?

 

Nein, wir hatten uns San Marino vorgestellt als ein Mikronesien in Mittelitalien, das alle Insignien eines echten ESC-Landes trägt und, der Region angemessen, gute Musik uns serviert. Und was kriegen wir? Eben. Er wollte mal wieder modern sein – und wurde dann doch nur als Großvater kenntlich, der seinen Enkeln vielleicht imponieren wollte.

Und das ist nun ein Problem, des Textes wegen: Die Reference Group hat diesen Titel zurückgewiesen. San Marino könne bis Freitag, wenn also die Frist zur Nominierung der Lieder längst abgelaufen ist, ein ganz anderes Lied bestimmen, aber zumindest muss es diese Siegel-Komposition mit einem anderen Text aufführen lassen. Denn der Titel selbst sei ein Markenname, der einer Promotionaktion für diesen Internetkontaktdienst gleichkomme – und das sei nicht statthaft. Keinen Anstoß nahm das Entscheidungsgremium – der Lenkungsausschuss – des ESC an der sexuellen Anzüglichkeit des Liedes, allein die Bevorzugung eines bestimmten Internetdienstes steht in der Kritik.

ESC-Kenner wissen, dass die European Broadcasting Union (EBU) kommerzielle Werbung auf dem Schleichwege nicht schätzt – das war schon 1987 so, als Lotta Engberg in ihrem Skandi-Reggae nicht mehr von einem braunen Erfrischungsgetränk singen durfte, dessen Name mit Coca anfängt und mit Cola endet – sondern neutraler von “Rock’n'Roll”.

Schade, ich hatte mich, nachdem wir hier im Forum über die Spekulation geschrieben hatten, dass Siegel doch wieder beim ESC mitmischen würde, bei dem Gefühl ertappt, dass er nun, wenngleich im Ruhestand, für San Marino sein ultimatives Alterswerk komponieren. Ein Stück, besser als “I Believe In God” und “Ein bisschen Frieden” zusammen, ein Song, der einen vor Beglückung flachlegt, der ans Herz geht, ein Lied, das nicht kindergartenmäßig sentimentalisiert (“Papa Pingouin” oder “Tingel Tangel Mann”) oder gleich die neue gesinnungsethische Weltformel ausruft (“Träume sind für alle da” oder “Let’s Get Happy”). Was hören wir stattdessen? “Facebook” ist eine krude Mixtur aus “Wir geb’n ‘ne Party” und “Just Get Out Off My Life”. Nun, wer weiß, bis Freitag kann er nun noch ein neues Lied aus dem Hut zaubern – ein besseres hoffentlich.

Und der Rest der Beschlüsse? Ob Armenien eine Strafe bezahlen muss und alle Länder ab dem kommenden Jahr eine Vorenstchidung verpflichtend ausrichten müssen – wird die Beratung durch das TV-Committee der EBU in den kommenden Tagen entschieden. Wir kommen auf diese Neuerungen detaillierter zurück!

Eine gute Regeländerung

30. Juni 2011

Skeptisch blieben wir ja alle, als diese kleine, nicht unwichtig scheinende Änderung des Regelwerks während des ESC 2010 eingeführt wurde: Seit Oslo nämlich konnte man vom ersten Lied an für sein jeweiliges Lieblingslied anrufen – also den seinigen Teil zum Ergebnis beitragen.

Das rief bei vielen Zuschauern Unmut hervor: Wie könne man für etwas abstimmen, was man noch nicht kennt?

Das Verfahren wurde auch in Düsseldorf zur Anwendung gebracht, aber nun kommt wieder alles zum Alten, Bewährten. So hat es die Reference Group, das Zentralkomitee des ESC nun auf ihrer Sitzung in Genf beschlossen. Und dieses gute, wahre Alte geht so: Abstimmen, also anrufen, darf man erst nach dem Gongschlag, und der ertönt nach dem letzten Lied.

Das gilt für das Finale wie für die Halbfinals. Der Zeitraum der Telefonabstimmung ist somit wieder erheblich kürzer, aber, so fanden Experten im Auftrag der Reference Group heraus, das werde am Resultat nichts ändern. Denn nach allen Auswertungen stand fest: Während der Lieder riefen nur wenige Menschen auf den freigegebenen Nummern an. Insofern könne man sich die Möglichkeit, während der Acts kurz nach 21 Uhr deutscher Zeit zu voten, gleich schenken: Das habe nur Verschwörungstheorien Auftrieb gegeben – und das wolle man nicht.

Näheres weiß man leider aus der Reference Group nicht.

Viel prekärer finde ich, dass man nicht erfährt, welche Länder wirklich in die Gesamtwertung Televoting-Ergebnisse eingebracht haben und bei welchen Ländern nur das Juryergebnis den Ausschlag gab. Die Regeln der EBU besagen nämlich, dass jedes Land beim Televoting ein bestimmtes Quorum erreichen muss (welches, teilt uns die ESC-Behörde nicht mit) , also eine bestimmte Anzahl an Telefonanrufen und SMS. Wenn das Quorum nicht erreicht wird, galt (und gilt auch in Baku) nur die Juryabstimmung.

Zur Erinnerung: Italien landete bei den Jurys haushoch auf dem ersten Platz; weil Aserbaidschan aber bei den Televotern vorne lag (vor Schweden) und bei den Jurys nicht allzu schlecht abschnitten, landete es im Durchschnitt eben an der Spitze.

Will sagen: Problematisch war und wäre nicht, dass man während der Acts bereits anrufen darf, sondern dass die Jurys faktisch ein Übergewicht bekommen haben. Ich vermute, dass ein Dutzend Länder es nicht schafften, genug Anrufer zur Wertung zu motivieren.

Damit möchte ich nicht sagen, dass das alles doof und übel ist. Aber ich hätte gern Transparenz – und öffentliche Nachprüfbarkeit.

Was nichts daran ändert, dass ich das Abstimmen nach den Liedern besser finde als eine einsetzende Telefonhysterie bereits nach wenigen Minuten des ESC selbst. Wohlan!

Das hätte die Türkei verdient!

31. August 2010

Dass die Reference Group – also das Generalsekretariat des ESC – beschloss, die Frist für die Veröffentlichung der potentiellen ESC-Lieder auf den 1. September vorzuverlagen (vom 1. Oktober) ist okay. Das bringt in der Sache allenfalls vier Arbeitswochen, mehr nicht. Es mag psychologisch wichtig sein: In manchen Ländern kann der Vorentscheidungszirkus mithin einen Monat eher beginnen. Immerhin: Früher durften die Lieder kaum vor dem ESC schon mal an die Öffentlichkeit gelangt sein, heute sind mehr als ein halbes Jahr erlaubt.

 

Schade aber, dass das Generalsekretariat sich nicht zu einer schönen Geste durchringen mochte: Nächstes Jahr werden es 24 statt 25 Acts sein, die im Finale um die Krone kämpfen. Weshalb ein Lied weniger? Weil ein Act gewonnen hat, der aus einem der Big 4-Länder kommt, aus Deutschland. Das war bislang nie der Fall, und so kam es, dass die Big 4 immer qualifziert waren, aber auch die Gastgeber, Norwegen, Russland oder Serbien etwa.

Der Antrag, dass man den besten diesjährigen Act aus einem nicht zu den Big 4-Ländern gehörenden Eurovisionsländer ins Auge nimmt und dieses ESC-Mitglied mit einem Freiticket ins Finale beglückt, wurde abgelehnt. Schade, ja, missbilligenswert. Denn es hätte die Türkei getroffen, und dieses Land hat dem ESC in den vergangenen Jahren viel performativen Ruhm eingetragen. Es ist eines der zentralen kulturellen Länder der Eurovision – und maNga haben ja glorios einen zweiten Rang belegt.

Die Türkei gleich im Finale – das hätte die Atmosphäre unter unseren migrantischen Deutschen mit türkischem Familienhintergrund krass befördert.

Will sagen: Eigentlich wäre es eine gute, esc-völkerverbindende Geste gewesen – zumal die Türkei es sowieso verlässlich in die Endrunde schafft.

Ich finde, man sollte den Fall abermals debattieren. Oder?

Eurovision Dance Contest verschoben – gut so!

4. Juni 2009

Er ist ein Projekt, das in der Eurovisionszentrale in Genf ausgeheckt wurde – und nun ist es, obwohl die Vorbereitungen für dessen dritte Auflage im Frühherbst in Baku, Aserbaidschan, bereits liefen, mindestens aufgeschoben: der Eurovision Dance Contest. Dass vor zwei Jahren, zur besten ARD-Zeit am Samstag Abend ausgestrahlt, Wolke Hegenbarth unter anderem für Deutschland durchaus leicht unbeholfen an den Start ging,
wissen heute nur noch Chronisten aus Pflichtgefühl: Das Interesse damals war kaum messbar.

Dass nun der Ableger des ESC nun ausfällt, hat begreifliche Gründen: Zu wenige Länder haben ihre Teilnahme zugesagt. In vielen Ländern
hapert es mit dem Interesse an dieser Show. Und dass es mit ihr nicht viel hermachte, hat irgendwie auch Gründe in der Inszenierung selbst.
Finnland gewann bei der Premiere, Polen voriges Jahr – aber selbst dort wollte man sich die Organisation aus Kostengründen nicht zumuten.  Und es ist ja wahr: Der EDC spielt ESC ohne Gesang. Beim EDC durften nur klassisch heterosexuelle Paare antreten, keine zwei Männer, keine zwei
Frauen, keine Sechserformation oder ein Solist, eine Solistin. Das ist, was die Grundregeln anbetrifft, so einengend, dass es das Publikum
offenkundig nicht berührte.

Ich finde, die ESC-Zentrale sollte sich jetzt intensiver denn je um ihr Kerngeschäft kümmern, den ESC selbst. Er war so erfolgreich wie zuletzt in den mittleren Siebzigern. Aber es bleiben viele Fragen offen, wie sich inoffiziell die ESC-Zentrale vernehmen lässt. Ob nämlich die vier großen Länder plus Ausrichterland nicht doch durch ein Halbfinale müssen, um in die Endrunde zu gelangen; ob, weiters, wenigstens die vier großen Länder plus Titelverteidiger wenigstens im Semifinale performen dürfen mit ihrer ganzen Nummer, nicht allein in Ausschnitten; und auch die Frage, ob sich der ESC, bilanztechnisch gesehen, nicht vollständig von den Eurovisionszahlungen der Länder abwenden kann, weil es hinreichend solvente Sponsoren gibt. Wäre das aber so, wäre das einzige Kulturfestival Europas der populären Sorte dauergefährdet. Denn sprigen Sponsoren ab, würden die nationalen TV-Anstalten nicht wieder zahlen wollen.  Ich finde, der EDC, der noch nicht für gestorben gehalten werden soll, ist unwichtig. Der ESC in Moskau hat bewiesen, dass im Mittelpunkt nur er stehen kann – alles andere sind Krümelhaftigkeiten. Und dazu zählt, nicht zuletzt, der Junior Eurovision Song Contest. Er ist nicht minder trübsinnig stimmend. Wer gibt diesem Projekt den Hinweis, dass man es nicht braucht?

Das Generalsekretariat klärt auf?

20. Mai 2009

Die Reference Group des ESC und ihr Generalsekretär Svante Stockselius – das ist der Mann, der unmittelbar vor den Votings in der Übertragung eingeblendet wurde – haben ausgeschlafen und auf unsere Fragen geantwortet.

 

1. Welche Folgen wird es – wenn überhaupt – für Spanien haben, dass es gegen die Regeln das zweite Halbfinale nicht übertrug und nur ein Juryvotum durchgab? Auf der nächsten Sitzung, so übermittelte Stockselius in einer Mail, der Reference Group. Der Termin stehe nicht fest, aber er werde bis Juni stattfinden.

2. Kann er erklären, weshalb Norwegen als letztes Land seine Wertung durchgab – gegen die ausgeloste Reihenfolge, derzufolge Norwegen gleich nach der Schweiz dran gewesen wäre, als 17. Land vor Bulgarien? Stockselius nüchtern: Da gab es technische Probleme. Welche, wollte er nicht mitteilen. Ein Geschmäckle haben diese echten oder vermeintlichen technischen Probleme aber dennoch. Es könnte ja sein, dass das Telefonnetz überlastet war – aber das würde man eher als Problem in Moldawien vermuten, doch nicht im High-Tech-Norwegen, wo die Verbreitungsrate von Handys mit allem Schnickschnack 100 Prozent beträgt. Ein Geschmäckle deshalb, weil die karge Antwort von Stockselius die Vermutung nährt, dass Norwegen als Gewinnerland quasi das letzte Wort haben sollte. Denn: Das Resultat wusste Stockselius bereits eine Minute nach dem Schließen der Televotingleitungen. Die Show der Wertung, das Herzstück dieses Events, ist eine pure Inszenierung. Nicht die Punktzahlen, aber anders als früher wissen die Schiedsgewaltigen am Veranstaltungsort viel früher als das Publikum über die Punkte Bescheid. Und: Obendrein hatten die Jurys ihre Stimmen bereits am Freitagabend nach der zweiten Generalprobe abgeben müssen. Wir werden es im nächsten Jahr sehen: Wer in der ausgelosten Wertungsreihenfolge ausgelassen wird, könnte der Sieger des Abends sein.

P.S. zu diesem Punkt. Für Chronisten soll gesagt sein, dass Norwegens Votum am Ende keine Rolle mehr spielte. Mit der estnischen Wertung, der 31. von 42, war für die anderen Länder das ohnehin nur noch theoretische Spiel um ein offenes Rennen mit Norwegen vorbei. Da Aserbaidschan schon aus dem nördlichsten baltischen Land nur sieben Punkte erhielt, war der Vorsprung für Alexander Rybak uneinholbar geworden. So sehr hatte selbst Nicole 1982 nicht gewonnen, auch nicht die Iren Paul Harrington & Charlie McGettigan 1994.

3. Werden denn bald die Jurywertungen veröffentlicht, so die nächste Frage an den Generalsekretär. Stockselius, Europäer aus Schweden durch und durch, bestätigte die Möglichkeit. Jedes Land könne selbst entscheiden, ob es das wolle. Wäre das für Fans in den 42 Ländern eine gute Möglichkeit, die eigenen Sender auf ihre Fähigkeit zur Transparenz hin zu befragen? Die Wertung aller Jurys jedenfalls sind nun bekannt. Norwegen lag da ebenso vorne, Island auf dem zweiten Rang, aber die Britin wurde Dritte, Patricia Kaas Vierte, Estland wurde Fünfter, Dänemark Sechster und die Türkei Siebter. Sakis Rouvas war hauptsächlich beim Publikum gelitten, bei den Jurys landete er auf dem zehnten Rang. Und Deutschland? Wäre nicht 20. geworden, sondern mit 73 Punkten auf dem 14. Platz gelandet.

4. Ebenfalls wird sich die Reference Group, so bestätigte es Stockselius, mit einem Skandal beschäftigen. Der trug sich in Aserbaidschan zu – und dass wir von ihm wissen können, liegt an der tagesschau.de-Kollegin Silvia Stöber, die hat ihn uns erzählt. Dass nämlich der Blogger Onnik Krikorian via Twitter und Mail am Samstag während des Finales davon Kunde bekam, Aserbaidschan habe während des armenischen Beitrags Störsignale über den Sender geschickt. Auch seien die Telefonnummern, mit denen Aserbaidschaner für den armenischen Act hätten abstimmen können, gesperrt gewesen. Später, während der Abstimmung, habe das aserbaidschanische Fernsehen in Baku den halben Bildschirm verdunkelt, um das – gute – Resultat Armeniens nicht zur Kenntnis geben zu müssen.

 

Zum Hintergrund: Beide Länder, das eine wie das andere aus der Sowjetunion hervorgegangen und heute nur dem Namen nach Demokratien, streiten sich um die in Aserbaidschan gelegene Gegend Berg-Karabach. Sie hat sich für unabhängig erklärt, wird aber von niemanden anerkannt, nicht einmal von Armenien. Die Menschen in Karabach verstehen sich als Bergarmenier und sprechen Armenisch. Ein Krieg um das Gebiet Anfang der neunziger Jahre wurde lediglich von einem brüchigen Waffenstillstand abgelöst. Das Thema Karabach ist für die aserbaidschane Nomenklatur ein äußerst sensibles Thema – dennoch hat Armeniens Punktemitteilerin während der Wertungszeremonie plötzlich einen Zettel hochgehoben – man kann es auf Videos deutlich sehen. Auf dem seltsamen Bild ist eine Skulptur zu sehen, die in Stepanakert, der Haupstadt Berg-Karabachs, steht. Die “Tatik & Papik” – Großmutter und Großvater – genannte Figur gilt als Symbol der Unabhängigkeit der Karabach-Armenier.
Aserbaidschan muss sich provoziert gefühlt haben – und das restliche Europa verstand die Geste zunächst nicht. Punkte? Aus Aserbaidsdchan gab es nix für Armenien, von den Armeniern für Aserbaidschan immerhin einen Punkt.

Wie dem auch sei: Ein Land unkenntlich zu machen, ist allen Staaten verboten. Die Türkei musste in den Siebzigern lernen, Griechenlands Songs nicht auszublenden, und der Libanon wollte vor einigen Jahren teilnehmen, aber nur unter der Bedingung, dass man nicht Israels Lied zeigen müsse. Die Eurovision lehnte ab. Ob Aserbaidschan nun eine Sanktion verpasst bekommt, ob Armenien für die unfeine Geste gen Aserbaidschan ebenfalls mehr als nur gerügt wird, wollte Stockselius nicht sagen. Im Juni werde beraten! Wir kommen darauf zurück.

5. Noch ein Nachtrag zur kulturellen Umkämpftheit des Siegers. Russische und weißrussische Medien reklamierten nach Rybaks Sieg den Norweger für sich. Norweger? Nein, weit gefehlt. Sie aberkannten ihm quasi die norwegische Kultur – erkannten in seinem breiten Mund slawische Züge, in seinem Lachen das Lachen des fröhlichen Russen und in dessen Lied ein typisch russisches Lied. Davon abgesehen, dass mich diese kulturellen Zuordnungen angeblich sichtbarer körperlicher Attribute wegen heftig stört: Auf diese Art von Repatriierung muss man erstmal kommen! Davon abgesehen, dass jede kulturelle Identität immer die Gefahr in sich trägt, anderen Kulturen gegenüber totalitär zu sein, ließe sich wenn schon, über Rybak und sein Lied nur dies sagen: Er spricht Norwegisch, er sieht wie ein Norweger aus – wer schon mal da war, weiß das natürlich -, und das Lied, sehr akkurat genommen, erinnert in seiner Tanzhaftigkeit an jüdische Weisen, die in den osteuropäischen Communities der jüdischen Minderheiten gern angestimmt wurden. Es ist Musik, die so gutgelaunt wirkt, weil sie die Niederungen des Alltags zu überwölben sucht. Darüber hinaus klingt “Fairytale” wie eine europäische Hymne, ähnlich wie “Waterloo”, “Diva”, “Congratulations”, “Hallelujah” oder “Fly On The Wings Of Love”. Nur dass Rybaks Liedharmonien an eine verdammt gute norwegische Folkloreschule erinnern. So vermischt sich Europa. Gut so. Am Ende sind Kulturen nur so viel wert, wie sie zu einem Sieg reichen. Norwegen weiss das zu schätzen. Rybak steht, nebenbei, in den Downloadcharts Europas fast überall weit vorne – bei iTunes zum Beispiel. Er scheint ein europäischer Popstar zu werden.

6. Ihre, Eure Reaktion ergewogen, die von Freunden aufgenommen, wird der deutsche Act von Christensen & Loya auch so gesehen: Mag sein, dass sie professionell waren, aber in Moskau wirkten sie so artifiziell und unauthentisch wie kaum ein anderes Lied. Es wärmte nicht, so heißt es, es kam dem neuen Zeitgeist nach Echtheit und Ernsthaftigkeit nicht entgegen, im Gegenteil. Die Ästhetik von Las Vegas ist out, in ist in diesem Sinne eine, die auf unironische Unmittelbarkeit setzt. Man muss diese Beobachtungen ernsthaft erwägen – sie zeigen, was im nächsten Jahr nicht der Fall sein sollte.

7. Offen ist plötzlich wieder das Datum des ESC 2010. Der ursprünglich anvisierte 22. Mai als Finale ist fraglich, weil das Fußball-Champions-League-Endspiel am gleichen Tag stattfinden soll. Die UEFA – die Eurovision des Fußballs quasi - lässt sein wichtigsten Vereinsfinale erstmals an einem Samstag austragen. Es könnte also der 15. Mai werden oder der 29. Mai – am gleichen Tag, an dem 1999 in Jerusalem das Finale zelebriert wurde.

Mutige Moskauer!

6. Mai 2009

Das muss mit dem Tapferkeitsorden prämiert werden: Die Moskauer Homosexuellen trauen sich etwas, woran aus Gründen des Hasses, dem sie sich nicht aussetzen wollten, die Belgrader Lesben und Schwulen nicht einmal zu denken wagten. Sie veranstalten einen CSD! Nicht irgendeinen, nicht irgendwann – sondern am Tag des ESC-Finales am 16. Mai. Das verdient deshalb Würdigung, weil die Moskauer Stadtverwaltung bis heute Stunde um Stunde damit droht, eine solche Demonstration nicht zuzulassen. Schwule dürften existieren, so argumentieren die Stadtoberen, aber sie seien krank, dürften sich nicht zeigen, schlimm genug, wenn sie überhaupt miteinander ins Benehmen kommen – jedenfalls dürfe das öffentlich nicht stattfinden.

CSD. Foto: dpa / picture-alliance

Und was tun die Organisatoren? Lassen sich nicht einschüchtern. Machen es trotzdem. Denken sich: Moskau will in Europa unbedingt als tolerant wahrgenommen werden, will mit viel Geld einen ESC der Luxusklasse organisieren – und kann nicht riskieren, dass die angeblich aufregendste Metropole der östlichen Welt mit Polizeigewalt, mit Tränengas, mit Knüppeln und mit dem aufgehetzten Mob im Hintergrund gegen den CSD vorgeht. “Das wagen die sich nicht!”, hat mir heute vormittag noch Kurt Krickler von der Homosexuellen Initiative Wien erzählt. Er ist seit 30 Jahren einer der wichtigsten Kundschafter aus dem Europa ohne Eisernen Vorhang, ein Mann, der Russland kennt – Moskau sowieso und die Verhältnisse ganz präzise.

Krickler sagt: “Dieser CSD ist der wichtigste seit den Stonewall-Unruhen 1969 in New York. Es ist wichtig, ihn nicht zu ignorieren, weil die russischen Homosexuellen die Unterstützung dringend nötig haben”. Präsident Medwedjew soll, so heißt es ebenfalls aus meinen Quellen, intern formuliert haben, dass man nichts unternehmen werde. Er will sich als Mann des politischen Frühlings weltweit zeigen. Ich finde das alles gut und prächtig – und alles vor allem im Einklang mit den Regeln der UNO, der Menschenrechts-Charta, den Gedanken der Europäischen Räte, welche auch Russland mit unterzeichnet haben.

Und wer aus Deutschland meint, ein Fan des ESC sei unpolitisch, der signalisiert nur, in den Siebzigern zu Schlagerzeiten eingefroren zu sein. Ich finde, in Moskau geht es hauptsächlich um die Krone der europäischen Popmusik. Norwegen ist nach wie vor Favorit. Mein politischer Favorit ist aber das Komitee, das sich diesen CSD vorzubereiten traut – und das darf auf Solidarität hoffen. Oder?

P.S.: Und es ist ja nicht so, dass die Moskauer CSD-Organisatoren nicht wüssten, dass sie am 16. Mai in ihrer Stadt 4.000 Männer und Frauen aus 45 Ländern zu Gast haben, welche zunächst Musik, dann vielleicht Politik machen. Deshalb ist doch dieser Termin gewählt worden. Wichtiger aber noch ist, so wurde mir mitgeteilt: Die Deutsche Bundesregierung hat auf eine Anfrage der Fraktion Die Linke unter dem Titel “Menschenrechte für Lesben und Schwule während des Eurovision Song Contest in Moskau” geantwortet.

Und zwar: “Die Bundesregierung beobachtet die Situation der Versammlungs- und Demonstrationsfreiheit in Russland mit Sorge. (…) Die Bundesregierung hebt regelmäßig die Wichtigkeit der Versammlungs- und Demonstrationsfreiheit in Russland gegenüber der russischen Regierung hervor. Dies schließt Versammlungen und Demonstrationen von Lesben und Schwulen ein.” Schließlich der wichtigste Satz: “Das Auswärtige Amt steht auch in Kontakt mit russischen Nichtregierungsorganisationen, die sich für die Belange von Lesben und Schwulen in Russland einsetzen, wie z.B. die Organisation “Projekt Gay Russia” (Veranstalter der “Gay Pride” in Moskau).”

Ist das nicht ein Wink mit dem Zaunpfahl? So gemeint als: Schlagt nicht zu – wir gucken nämlich ganz genau hin!

Jurys nicht im Geheimen!

14. April 2009

Mal so historisch betrachtet: Es ist ein tüchtiger Fortschritt, dass die Macher des ESC nahezu jede ihrer Entscheidungen begründen. Es ist für das Demokratische wichtig, dass jene, die die Folgen als sie betreffend empfinden, wenigstens die Gründe nachvollziehen können. So war das 1997 – wer damals dabei war, erinnert sich immer noch mit Staunen und Genugtuung – als der NDR sich entschloss, zur Vorentscheidung in Lübeck, die in Clubs organisierten Fans privilegiert zu behandeln, beispielsweise mit Infoständen und der Möglichkeit, früh Eintrittskarten zu kaufen. Und so hält es der ESC mit den Fanclubs international überhaupt: Wer will, kann international dabei sein – die Tickets verschwinden nicht einfach in den mehr oder weniger undurchsichtigen Kanälen der Veranstaltungsländer.

Die Deutsche Jury 2009. Foto: dpa-Report, Jazz Archiv/Markus Lubitz, NDR/Christian Wyrwa, NDR/Philipp Vongehr 

Auch im Hinblick auf die Jurys darf von einem demokratischen Fortschritt gesprochen werden: Dass die Wertungen des Finales am 16. Mai in Moskau sich jeweils hälftig aus Publikums- und Jurywertungen zusammensetzen, ist seit längerem bekannt. Und heftig diskutiert worden, auch hier im deutschen ESC-Forum. Die einen fanden das gut, die anderen weniger. Jetzt gab die Reference Group des ESC die Regeln für die Juries bekannt: Es sind Land für Land jeweils fünf Experten, die über die Staatsangehörigkeit des Landes verfügen müssen, für das sie im Einsatz sind. Außerdem müssen sie in irgendeiner Form mit der Musikwirtschaft verbunden sein, dürfen aber in keiner geschäftlichen Beziehung mit dem Act des Landes oder eines anderen Landes stehen. Gut so, das senkt die Mauschelmöglichkeit doch heftig. Die Jurys werden die Songs nach der zweiten Generalprobe des Finales bewerten, also am frühen Abend des Samstags, hierzulande kurz vor der “Sportschau”.
 
Nach der Telefonabstimmung durch das Publkum beim Finale werden beide Ergebnisse gemischt – zu einem Gesamtergebnis. Haben zwei Songs die gleiche Punktzahl, hat das Televotingergebnis Vorrang. Ein Beispiel: Wenn Norwegen durch das Publikum zwölf Punkte bekäme, durch die Jury aber nur zehn – und die Ukraine durch die Jury zwölf und mit Hilfe des Publikums zehn. Beide hätten gleich viele Punkte. Im Endergebnis erhält Norwegen aber die Zwölf-Punkte-Krone, weil es das Nichtexpertenvotum auf seiner Seite hat. Klug das!
 
Besser aber noch ist, dass die Jurywertungen nicht im Geheimen bleiben und am Ende nur anonym in die Gesamtwertung eines Landes einfließen, sondern – wenn ich Svante Stockselius, den Sprecher der Reference Group, richtig verstanden habe – veröffentlicht werden. Und zwar nach der Show auf http://www.eurovision.tv. Und das ist, glaube ich, ein Resultat des Unmuts vieler Fans europaweit. Denn ursprünglich hatte man nicht die Absicht, die Juryvoten zu publizieren.

Die Rückkehr der Jurys

15. September 2008

So tagten sie, und hinterher gab es wieder einen Kompromiss – und der hat sich gewaschen. Bei der Tagung der Reference Group des ESC am Wochenende in Moskau wurde beschlossen, dass bereits im kommenden Jahr die Voten von Jurys wieder stärkeres Gewicht haben sollen. Voran gegangen waren intensive Diskussionen, von denen der ESC-Generalsekretär Svante Stockselius meint, dass sie Europa gut tun: lange Debatten eben, an deren Ende eine Einigung steht. Ein Vorschlag lautete unter anderem, dass die vier großen Länder, die seit 1997 stets für das Finale gesetzt sind, auch durch ein Halbfinale müssen. Das Argument: Dann hätte das Publikum in 43 Ländern die Chance, deren Songs vor dem Finale zu hören. Die Idee wurde abgeschmettert: Sollte nämlich eines der vier großen Länder in der Vorrunde scheitern, wäre es in denen um das Interesse für das Finale vollends geschehen. Und das könne sich der ESC nicht erlauben – dass eines der großen Länder (oder mehrere von ihnen) nicht am Finale aktiv beteiligt sind. Konkret: Die Zuschauermenge von europaweit über 100 Millionen Menschen würde in einen zweistelligen Bereich sinken.

Blick auf den Kreml. Foto: dpa

Polen rüttelte die Debatte schließlich auf, indem es seinen Verzicht für Moskau in Aussicht stellte, falls es nicht wieder wenigstens zu einer Mitbeteiligung von Jurys komme. Das Land, das es dieses Jahr immerhin ins Belgrader Finale geschafft hatte, hatte jüngst beim Eurovision Dance Contest die Erfahrung gemacht, dass eine Jury nicht schlecht sein muss. Allerdings: Polen gewann den Eurovision Dance Contest, obwohl es bei den vier Fachjuroren zuvor nicht auf dem ersten Platz landete.

Wie dem auch sei: Eine neue Lösung musste her, obwohl der einzige Act, der dieses Jahr vom Sondervotum der Backup-Jurys profitierte, der schwedische war. Wie berichtet landete Charlotte Perrelli im Finale sehr weit hinten. Aber man wollte eine Änderung, zumal auf Druck der klassischen ESC-Länder. Jurys sollten einen Ausweg aus der Not der Nachbarschaftsstimmen geben: In Belgrad hatte faktisch jedes Land Punkte von Nachbarländern bekommen, am meisten der Russe Dima Bilan. Eine Jury soll dem abhelfen.

Ich würde sagen: demokratisch schmeckt dieser Brei irgendwie nicht. Doch womöglich muss man diesen Kompromiss schließen, denn würden die meisten der klassischen ESC-Länder in den nächsten Jahren von den osteuropäischen Televotern ignoriert, würde das die Existenz des ESC überhaupt gefährden, weil ein sinkendes Interesse (Motto: “Unser Lied kann noch so toll sein, wir kriegen doch keine Stimmen”) wichtige, zahlungskräftige Sender motivieren, sich aus der Chose ganz zurückzuziehen. Es wäre der Tod des ESC – zugunsten einer seitens der Osteuropäer ja auch unerwünschten Renaissance vom Intervisionsfestival. Osteuropa immer vorne, immer nur unter sich: Mit Jurys soll dies anders balanciert werden.

Ein Unbehagen bleibt bei mir: Was ist denn, wenn auch mit der Neugewichtung durch Jurys die gleichen Resultate herauskämen? Würde man in zwei Jahren plötzlich auf die Idee kommen, von vornherein west-, nord- und südeuropäischen ESC-Länder das Recht auf Top-10-Platzierungen einzuräumen?

Ich bitte um Debatte!

Svante Stockselius über die Moskauer Vorbereitungen

17. Juli 2008

Nein, genaue Angaben über den 54. Eurovision Song Contest können noch nicht gemacht werden, wie Svante Stockselius, Generalsekretär des Eurovision Song Contest im Gespräch mit www.eurovision.de des NDR sagt. “Um etwas zu erzählen, ist es alles noch zu früh.”

Blick auf den Kreml

Aber alles ist möglich. Naheliegenderweise werde das Finale, das bereits auf den 16. Mai 2009 terminiert worden ist, in Moskau stattfinden, denn dort ist der russische TV-Sender Ch1 beheimatet. Alle weiteren Details, so Stockselius, seien ungeklärt oder müssten zunächst intern erörtert werden.

Gibt es denn neue Regeln im kommenden Jahr? “Das können wir nicht sagen, aber wir evaluieren alle Details noch etwas länger.” Im September wird der Kernzirkel (“Reference Group”) des ESC tagen, danach werde mehr zu sagen sein. Im Oktober ergehen üblicherweise formell die Einladungen an die Eurovisionsländer – einschließlich möglicher neuer Regeln. Sind neue Regeln denkbar? Dass beispielsweise im Finale nur jene Länder votieren können, die an der Endrunde auch selbst teilnehmen? Oder ob die im Halbfinale ausgeschiedenen Länder nur die halbe Stimmkraft erhalten? Stockselius: “Alles ist möglich, das gilt generell.”

Österreich wieder mit dabei? Stockselius: “Eine Frage, die auch erst beantwortet werden kann, wenn die Einladungen ergangen sind.” Von neuen Ländern, die Interesse an einer Teilnahme geäußert haben hat er davon gehört? “Jedenfalls nicht, dass ich wüsste.” Als Erfolg möchte er die leicht höheren Einschaltquoten in Europa in allen 43 ESC-Ländern dieses Jahres vermeldet wissen: “Wir haben höhere Quoten, ja.” Das wäre ein neuer Höchststand, also mehr als 103 Millionen Menschen, die am 24. Mai die Show aus Belgrad verfolgten.

Hilfe von Ralph Siegel?

5. Juni 2008

Die Ralph-Siegel-Gruppe Wind beim ESC 1987. Foto: picture alliance

Jetzt auch das noch: Ralph Siegel, der in Sachen Eurovision Song Contest seit 1987 (“Lass die Sonne in dein Herz”, Wind) keinen Erfolg mehr hatte, der aber unauslöschlich als Vater des Sieges von Nicole 1982 in Harrogate in Erinnerung bleiben muss, hat vorgeschlagen, Dieter Bohlen, Frank Farian, Alex Christensen und er selbst sollten eine Jury verkörpern, die im kommenden Jahr einen Song für Moskau bestimmt. Er macht diesen Vorschlag über das “Hamburger Abendblatt”, und das ist keine schlechte Adresse für die Wirren um das Debakel der No Angels.

Andererseits möchte ich zu bedenken geben: Siegel stammt aus einer Ära, die quasi noch von der Schellack-Abspieltechnik berührt wird. Und seine Kritik, die No Angels und ihr Lied “Disappear” hätten “überhaupt keine deutsche Identität” transportiert, beleuchtet das ganze Problem. Nämlich, dass es beim ESC nicht mehr hauptsächlich um nationale Identitäten geht. Deutschland ist multikulturell, das weiß auch Ralph Siegel – und er selbst kann eine Renaissance zu begründen nicht beanspruchen. Seine schweizerische Castingband Six4One scheiterte 2006 in Athen, und seine Corinna May wie auch Lou (2002 und 2003) wurden doch international gesehen als peinsam überhört.

Nein, ein Neuanfang darf nicht über selbsternannte Explatzhirsche der Musikszene begonnen werden. Siegel, den verdienstvollsten Mann in der deutschen ESC-Geschichte, wollen wir als Schirmherrn, als Paten – aber seine kompositorische Kraft, die ist, nun ja, umstritten, was das zeitgenössische Format anbetrifft.

Und noch dies: Eine gute Komposition einzureichen, wie er es fordert (und wie er wünscht, dass man sie von ihm gern hätte), ist nur ein Anfang. Es kommt auf Choreographie an, aufs Arrangement und auf Magie. Siegels Interpreten waren stets – zuletzt Nicole! – ohne Magie, sie waren Castingfiguren. Beim ESC ist die Komposition nur ein Element, sonst würde es ein Wettbewerb der Komponisten werden. Beim ESC kommt es auf den Sound an, auf den Zauber eines Acts.

Über all diese Vorschläge muss diskutiert werden, und wir tun es hier, auf der NDR-Eurovisions-Seite. Gut so! Diskutieren wir also: Was wäre nützlich – um den ESC in Deutschland wieder zum glanzvollen Fest zu machen?