Favoriten mit Fallhöhe

4. Mai 2012

Wer mich ein wenig persönlich kennt, weiß, wie sehr ich schwedische ESC-Beiträge immer in Schutz genommen habe. Okay, manchmal war das nicht so leicht, etwa bei den Herrey’s oder auch bei Charlotte Perrelli mit ihrem “Hero”. Aber: Tommy Körberg, Tommy Nilsson, die Danielsson oder Edin Adahl, von Carola zu schweigen – immer fand ich den Schwung gut oder die Melancholie nahe gehend. Was mir aber immer auf die Nerven ging – im Wortlaut: immer und immer und immer – war die Großkotzigkeit von schwedischen ESC-Funktionären und Medienvertretern.

Carola beim ESC 2006 in Athen. Foto: Rolf Klatt/NDR

Carola beim ESC 2006 in Athen. Foto: Rolf Klatt/NDR

Man muss dazu wissen, dass im Land der Königin Silvia, die durch einen schönen Hostessenjob bei den Olympischen Spielen in München zu ihrer monarchischen Berufung gelangte, sich alle Zeitungen den Vorentscheidungen und dem ESC mit vielen Texten und extrem vielen Bildern widmen. Schweden, das lernte ich dort im Lande selbst, versteht nicht, dass nicht alle Welt seine Songs gut findet. Ist ein Lied schließlich mal beim ESC unter ferner sangen nach Hause geschickt worden, waren immer die anderen Schuld. Die Künstler (besoffen, krächzend bei Stimme), die anderen Länder (verstehen nix von Musik) oder das Orchester (kann nicht spielen). Seit ich selbst zum ESC fahre, musste ich diese Erfahrungen machen: Grölender, leicht selbstbesoffener Jubel, wenn man es schaffte (Carola, Charlotte) oder bittere Giftigkeit, wenn es mal nicht zum Sieg reichte.

Ein besonderes Exemplar dieser schwedischen Hochfahrenheit ist Christer Björkman, der 1992 für ein wirklich mieses Ergebnis sorgte, “I morgon är en annan dag” war hübsch, aber dünnst gesungen – Vorletzter in Malmö. Seit etlichen Jahren ist er für den ESC zuständig, sitzt in der Reference Group des ESC (der entscheidenden Lenkungsgruppe) und glaubt mit wahnhaft anmutenden Zügen, Schweden müsse ein Missionar in Sachen Eurovision sein. Und er moderiert die TV-Sendungen, in denen die Liederaus allen Ländern vorab im schwedischen Fernsehen vorgestellt werden.

Mein Freund Ida aus Kopenhagen schrieb mir nach Studium dieser Sendung, hier auszugsweise zitiert: “Die sind so UNVERSCHÄMT! Andere Länder werden Großteils total abgekanzelt – aber bei der Bewertung des eigenen Beitrages erhält dieser natürlich durchgehend die Höchstwertung! Christer Björkman wirkt so ( …, Kürzung durch mich) selbstgerecht und bringt sogar in der Sendung an, er sei mit in dem Gremium, welches die Titeländerung von Siegels Beitrag angeordnet habe! Die Schweden gehen davon aus, dass sie dieses Jahr gewinnen. Alle anderen Beiträge sind unwichtig! Da ist SO wenig Respekt vor renomierten Künstlern aus anderen Ländern! Ganz ehrlich: Für diese Arroganz gebührt Schweden der 2. Platz beim ESC – damit sie grindig zusehen können, wie ein anderes Land den Sieg davonträgt und mal von ihrem hohen Ross herunterkommen! Schlimm!”

Dass der schwedische Sender SVT die neue Fußball-Event-Arena bei Stockholm schon für das nächste Jahr als Option gemietet hat für Ende Mai: vielleicht nur ein Gerücht. Aber mit der Überzeugung, dass Loreen gewinnt, steht Björkman nicht allein. Fans und Wettbüros bekunden das Gleiche.

Nur, um jetzt ein wenig zur Abkühlung beizutragen: Die Liste der über all die Jahrzehnte geweissagten Favoriten und vorab erklärten Triumphe ist länger als die der Sieger selbst. Nennen wir einfach knapp zwei Dutzend Namen: Cliff Richard (zweifach, 1968 und 1973), Lynsey de Paul & Mike Moran, Tommy Nilsson, Amaury Vassili, Kati Wolf, Charlotte Perrelli, Mary Hopkin, Conny Froboess, Udo Jürgens (1964), Gigliola Cinquetti und Olivia Newton-John (beide 1974), Joy Fleming, Natasha Saint-Pier, Alsou und Ines (2000), Friends (2001), Julio Iglesias (1970), Sonia (1993) oder Maxi & Chris Garden (allerdings nur bei deutschen Fans).

Und die unerwarteten Sieger? Nur ein halbes Dutzend, Acts, mit denen niemand rechnete: Lordi, Olsen Brothers, Dana, Massiel, Marie Myriam und Ell & Nikki.

Loreen aus Schweden steckt, so vermute ich, vor der Aufgabe ihres Lebens: Sie vertritt nicht nur ihr Land – das teilt sie mit 41 anderen Acts; sie muss aber auch gegen das Gebirge an Erwartungen und schönrednerischen Einflüsterungen ansingen. Kann sie aber, und das umreißt ihre Fallhöhe, dann noch über einen zweiten Rang glücklich sein?

Ich fürchte: nein, das würde ihr nicht erlaubt werden.

Melodifestivalen oder: reicht lippensynchron?

9. März 2012

Für viele Fans ist dieses Wochenende das wichtigste vor den Tagen von Baku – es ist, mit den Vorwahlen in den USA besprochen, der Super Saturday, der uns bevorsteht. Und eine Vorentscheidung fällt dabei besonders ins Auge, für viele Freunde des ESC ist sie die wichtigste, interessanteste, spannendste von allen. Nämlich die schwedische, im Dreikronenland Melodifestivalen (“Das Melodiefestival”) genannt. Mein Freund Ida aus Kopenhagen wies mich nun auf Gerüchte und Beobachtungen hin, die in hiesigen Foren angestellt wurden: “Wenn der Sänger zum Lippenbeweger mutiert”, hieß es dort, auf das immer weiter um sich greifende Playback anspielend. Und meine Recherchen besagen: Ja, diese Gerüchte kommen den Fakten nahe.

Eric Saade und seine Tänzer bei den Proben für den ESC 2011 in Düsseldorf. Foto: Rolf Klatt / NDR

Eric Saade und seine Tänzer bei den Proben für den ESC 2011 in Düsseldorf. Foto: Rolf Klatt / NDR

In Schweden wird seit Jahren von einigen Performern ein Playback bevorzugt, bei dem sie selbst stimmlich nicht auf der Höhe sein müssen. Aber, und hier beginnt das Problem: Jene, die wir aus Schweden sahen – etwa in Moskau Malena Ernman, in Düsseldorf Eric Saade – konnten auf eine Schar von Tänzern zurückgreifen. Die sangen im Vorentscheid jedoch nicht. In Moskau und Düsseldorf konnten diese Tänzer nicht auftreten, denn sie wiederum konnten partout nicht singen. Doch es ist im Finale weiterhin verboten, die sogenannten Backing Vocals vom Band kommen zu lassen. So erklärt sich, weshalb bei den schwedischen Vorentscheidungen die Lieder mit mehr Schmackes daherzukommen scheinen: Dort kam vieles vom Band, international wäre das regelwidrig gewesen: Saade und Ernman allein klangen eher dünn! (Nebenbei: Doris aus Kroatien beging diesen Regelbruch 1999, als sie sich den Chor ihres “Marija Magdalena” vom Band zuspielen ließ – und mit dem Abzug eines Drittel ihrer Punkte bestraft wurde, was allerdings niemanden scherte.)

Man muss das in Schweden so verstehen: Christer Björkman, seit Anfang der nuller Jahre Chef des Melodifestival und 1992 in Malmö selbst für Schweden auf der ESC-Bühne (er landete auf dem vorletzten Platz), trimmt die Show Saison für Saison drängender auf Dancefloorformat, und das heißt auch: nicht auf Live-Performance. Dieses Jahr jubelte er in schwedischen Medien: Der Schlager ist out, Dancefloor ist in. Nur: Wird erst der Livegesang der Choristen getilgt, ist es auch nicht mehr weit, dass die Performenden ebenfalls nur noch die Lippen möglichst synchron zur Stimmenspur vom Band bewegen müssen. Sie bräuchten dann nur noch Gesang darstellen. Man nenne meine Haltung kulturkritisch, ja, zeihe sie, nichts vom heutigen Showgeschäft zu verstehen, wo doch alles ästhetisch unter Kontrolle gebracht werden muss, auch die Stimmen, aber: Damit wäre ich nicht einverstanden.

ESC heißt doch, nach Abschaffung der Orchester spätestens seit 1999, dass man alles aus der Konserve bekommen kann. Aber an den Stimmen sollst du sie erkennen. Ohne das Kriterium, dass jedes Organ live besonders gut oder eben auch besonders schlecht klingen kann, wäre der ESC nichts als eine Playbackdarstellungsschau.

Insofern zeichnet sich in Schweden eine Entwicklung ab, die man kaum als Avantgarde bezeichnen kann: Es wäre ein Fortschritt, der den Tod brächte. Christer Björkman, der stimmlich selbst zu den eher dünnstimmigen Vertretern im schwedischen Schlagergeschäft zählte und auch deshalb 1992 so ein Debakel im eigenen Land erlebte, ist der Kopf einer Entwicklung, die nichts Gutes bringt.

Im Melodifestival ist mal wieder einer favorisiert, der auch kaum singen kann, Danny Saucedo. Sein “Amazing” lebt so sehr von technischem Nippes (LED-Nähte in den Tänzerklamotten u.a.), dass man denkt: Da lenkt einer ab von der minderen Güte seines Liedes. Ähnliches trifft auf Loreen zu, die “Euphoria” anstimmt. Ob sie das wirklich tut, wissen wir nicht: Kommt, so hörte ich es in den Clips des schwedischen Fernsehens SVT, irgendwie alles aus dem Hintergrund. Zwischen den beiden wird sich wohl entscheiden, wer nach Baku fährt: Dort werden wir dann hören, was sie nicht können – singen!

Kann ein Koffer helfen?

11. Juli 2011

Es tröpfeln momentan nur wenige Nachrichten aus der Welt des Eurovision Song Contest – es ist ja überall irgendwie Sommer -, aber so viel steht fest: Zum nächsten Jahr in Aserbaidschan haben schon anderthalb Dutzend Länder zugesagt. Und einige haben schon erste Skizzen ihrer Vorentscheidungsmühen öffentlich unterbreitet.

Schweden wird künftig von Christer Björkman produziert – er ist der starke Mann beim Sender SVT für dieses Programmformat. Man darf seinen neuen Job als Belohnung für Eric Saades dritten Platz werten. Norwegen hat auch schon erste Linien seines Engagements für Baku bekannt gegeben.

Der niederländiche Fernsehsender TROS hat einen ESC-Koffer aufgestellt. Foto: TROS.

Am originellsten fand ich aber das, was aus den Niederlanden zu hören ist. Dieses Land ist ja insgesamt in den vergangenen Jahren von einem zum nächsten Alptraum geschüttelt worden – auch die holländische Band, die es in Düsseldorf probierte, musste im eigenen Land schön gehört werden, ehe man daran glaubte, es bis ins Finale zu schaffen. Nix da!

Man hat so vieles probiert: Glamourdisco, Heterojungshalbrock, Perkussionsorgien … aber nie nützte etwas, immer wurde das einst doch ziemlich erfolgreiche ESC-Land als viel zu fadenscheinig ambitioniert zurückgewiesen.

Der Sender TROS gab nun bekannt, für die nächsten drei Monate auf seinem Sendergelände in Hilversum einen Riesenkoffer geöffnet zu halten – am 30. September wird er geschlossen. Hineinpacken darf man alles, was für einen Act in “Bakoe” (niederländisch für Baku) wichtig ist. Texte, Kompositionen, eigene Liedbeiträge … also eine Mixtur aus allem. Dort soll landen, was ein jeder an Kreativität einzubringen hat.

Klingt das wie eine Notlösung? Eine Mobilisierung, die auf Sammelsurisches verweist? Oder ist es eine phantasievolle Geste, auf die das Publikum nur gewartet haben mag?

Ich finde die Idee prima. Der Sender lernt kennen, was dem Volk auf den Herzen liegt. So heißt es nicht: “Alles Walzer!”, wie bei irgendeinem Opernball, sondern “Alles Eurovisie!”. Sehr gefällig, sehr verzweifelt. Aber wie wir bei dieser Fußball-WM der Frauen erleben konnten, erwächst, wie am Wochenende durch die Amerikanerinnen, aus verzweifelten Angriffen hin und wieder ein Treffer.

TROS will es wissen. Ich finde, wir sollten diesem Verfahren mit gebotener Neugier Respekt zollen!

Schweden oder: Wenn Träume Schäume sind

4. Mai 2011

Es ist eine Krux mit diesem Land: Seit Abba glaubt Schweden, dass es eigentlich immer gewinnen müsse. Zunächst - nach dem Melodifestivalen, der Vorentscheidung - werden die Siegenden imagemäßig hochgejazzt. So scheint auch Eric Saade in diesem Jahr von Stockholm gen Düsseldorf gejettet zu sein. Und so sagte er auf der Pressekonferenz: Ohne Zweifel sei er gekommen, um zu gewinnen. Das hörten die Journalisten und Fans sehr gern, wobei Komponist und Texter Fredrik Kempe besonders honigkuchenpferdmäßig schmunzelte. Das darf man selbstbewusst nennen!

Eric Saade bei den Proben in Düsseldorf (Foto: eurovision.tv/Elke Roels)

Andererseits beteuert er, keinen Druck zu spüren, wiederum im Halbfinale auszuscheiden, so wie voriges Jahr Kollegin Anna Bergendahl. Nein, viel schlimmer wäre es, würde Schweden 2010 gewonnen haben. Aber dass er diese Frage allein ohne Zickerei von sich wies, deutet auf ein sattelfestes Selbstvertrauen.

Genau besehen ist es aber so: “Popular” ist in meinen Ohren ein eher nerviges Lied, das, leicht anders arrangiert, gut als Dumpfbackenschlager durchgehen könnte. Okay, was soll man auch von Kempe, dem zum vierten Mal in Folge antretenden Komponisten, erwarten? Wo Traditionsmitklatschschlager draufsteht, ist auch welcher drin. Aber will Europa das hören? Anders gefragt: Wann ist Europa endgültig diese fast hochmütige Art der Schweden leid? Wann wird es sein, dass, wie im Vorjahr, die ESC-Televoter sagen: Wir waren schon mit Charlotte Perrelli unzufrieden, wir fanden keinen Gefallen an The Ark, und die Bergendahl mochten wir auch nicht.

Schweden leidet am Post-Abba-Carola-Nilsson-Herrey’s-Syndrom! Wer viermal gewonnen hat, glaubt wohl auf Sieg abonniert sein zu müssen, also Demut vor der Aufgabe vergessen zu können.

Seit Christer Björkman, Vorletzter des Jahres 1992 mit “I morgon är en annan dag” die Geschicke des Melodifestivalens übernommen hat, klingt Schweden im ESC-Konzert wie mulschiger Brei. “Nix Cooles unter der Sonne Königin Silvias!” möchte man kalauern. Nie geht aus diesem Contest stilistisch etwas hervor, das in den Clubs Stockholms, Växjös, Kalmars, Malmös oder Göteborgs gängig ist. Kein Elektrosound, kein modernes Liedermachertum – irgendwie hat alles etwas Pompöses.

Fredrik Kempe – ausgebildeter Musicalsänger, wenn ich recht informiert bin – ist, bekannte er, ein Fan von Frank Farian und Boney M. Das ist kein gutes Zeichen für dieses Land, das offenbar auf eingängige, hochrepititive, refrainlastige, gleichwohl gesichtslose Schlager festgetackert bleiben will. Keine Tradition, die an Carl Michael Bellman, Cornelis Vreeswijk oder Bertil Taube orientiert ist, keine Eleganz, die sich an Lill Lindfors oder Tommy Körberg orientiert.

Schade, das!

Erik Saade soll nicht leiden. Ich respektiere, dass mit ihm ein Schwede libanesischer Herkunft, dass mit ihm also ein Migrant den Aufstieg in den wenigstens einheimischen Pophimmel schafft. Sein Lied aber, nun ja, ist so öde wie die Chartkultur in Schweden selbst. Ihm ist momentan der Größenwahn erfolgreicher junger Menschen eigen. Er ist so selbstgewiss, wie das nur irgend geht. Er wird nicht gewinnen, das Publikum liebt keine Protze, die “Popular” behaupten, ehe es in ihren Herzen in Erfüllung geht. Alles sehr bedauerlicherweise!

“Die Schweden wissen nicht, was international geht”

11. März 2011

Er ist ein leidenschaftlicher, ach was, er ist ein glühender Freund des Sportiven. Der Schwede Per Olov Enquist, eine Weltberühmtheit als Schriftsteller, war selbst einmal ein ziemlich guter Hochspringer, ehe er eine Laufbahn als Autor einschlug – und bis heute guckt er, wenn es geht, jede Sportübertragung, jede Liveübertragung, an deren Anfang man nicht weiß, wie sie endet. Er hat über einen schummelnden Hammerwerfer geschrieben, er denkt in Tabellen und Rankings. Und als ich ihn in Stockholm, im schönen ehemaligen Arbeiterviertel Södermalm besuche, da muss er wie ich auf eine Skiübertragung verzichten, aber er wird die Resultate studieren, sobald er kann. Das heißt, wenn ich weg bin.

Der schwedische Schriftsteller Per Olov Enquist. Foto: picture-alliance

Und das bedeutet, kein Wunder, dass Enquist, ein höchst lebendiger Mann von Mitte siebzig, schon irgendwie immer am Melodifestivalen, am Eurovision Song Contest und am Wettstreit der Performer interessiert war – und ist. “Ach, das mögen Sie auch?”, fragt er mich. Und erzählt, wie seine Frau und er vor zwei Jahren Malena Ernman televotend unterstützt haben. Er macht dabei die Bewegung nach, die man macht, wenn man auf dem Mobiltelefon mehrmals eine Nummer anruft, am besten zehn Mal in der Minute. Ja, das Lied hat er gemocht, ein wenig altmodisch, sagt er, diese Stimme, opernhaft, diese etwas konfektionierten Bewegungen, dieses Blonde der Darstellerin – ja, meint er, das war die Musik, die er auch als Jugendlicher gut gefunden hätte.

Auf meinen Einwand, dass die Ernman nun wirklich nur mit viel Glück ins Finale kam – wobei Enquist sofort wusste, dass dies Anna Bergendahl im Vorjahr nicht glückte, als erster schwedischer Act überhaupt, gescheitert in der Vorrunde – erwidert er: Ja, es könne sein, dass Schweden sich in den letzten Jahren immer für die falschen Lieder entschieden habe. Er lacht heftig und bemerkt, wenn überwiegend Leute wie er mitwählten, sei es ja auch keine Überraschung, dass eher der Geschmack von Älteren in Schweden gewinnt. Aber, so sieht er ein, das kann eigentlich nicht gut sein. In Schweden wird das Melodifestivalen, die Vorentscheidung zum europäischen Auftritt, nun einmal meist von Alten und Älteren, Konservativen und Nostalgikern geguckt. So wie Schweden eben überhaupt sei – meist älter, meist rückblickender, meist sentimentaler. Man erinnert sich gern an Abba, weiß Enquist, an Carola, Charlotte Perelli (geb. Nilsson) und den Herrey’s, die er besonders mochte - im Übrigen als einziger des Stockholmer Kulturestablishments.

Seine Enkel werden am 12. März natürlich das Finale sehen, aber wieder würden bestimmt – er lacht abermals – die Älteren die Jungen und ihren Geschmack übertrumpfen. Meine Enkelkinder, sagt er, mögen andere Sachen, jedenfalls hat eines von ihnen entsetzt aufgestöhnt, als sie merkten, dass ihr Opa für Malena Ernman wie wahnsinnig anrief. Großvater, sagten sie, so verlieren wir in Europa immer wieder! Enquist – für den vieles spricht, auch, dass er von seinem Geschmack absehen kann, besser, ihn nur persönlich nimmt – freut sich auf das Melodifestivalen, er wird wieder anrufen für einen Act, für welchen, das weiß er noch nicht. Diesmal, so schwört er, will er für die Musik seiner Nachkommen stimmen – Schweden, sinniert er, möchte ins Finale und dort wieder Respekt erhalten. Dann müssten auch mal jüngere, frischere Lieder zum Zuge kommen, nicht nur das Pompöse, Sentimentale, das die Alten auf gute Art kirre macht.

Aber dann, beim Gehen, schmunzelt er schließlich und sagt, nun sei er sich doch nicht sicher, ob er gegen sein Herz, also mit seinen Enkeln abstimmen werde. Denn, sagt er, wissen Sie, im Sport ist nichts so falsch, wie ein Sieg durch das Gönnerhafte der Anderen. Die Jungen müssten eben Lieder wählen, die auch die Alten nicht verstören. Gibt mir die Hand – und ich weiß jetzt, warum Schweden in den vergangenen Jahren irgendwie immer nur die gleiche Musik aufzubieten wusste. Und international keinen Ruhm mehr fand.

Schweden: Mit Fummel ins Finale?

11. November 2010

Schaut man sich in nichtdeutschsprachigen Foren zum ESC um, erkennt man: Überall in Europa beginnt der Aufruhr um die Kandidaten für den 14. Mai 2011. Manche Vorentscheidungen werden bereits – absurderweise – in diesem Jahr entschieden, aber eine wird allen, wie alle Jahre wieder, den Rang ablaufen: die schwedische.

DQ trat 2007 für Dänemark beim ESC an - und scheiterte im Halbfinale.

Sie nennt sich Melodifestivalen, was sich übersetzen lässt als “Das Festival der Melodie”. Es hat seit einigen Jahren vier Halbfinals, ein Finale der zweiten Chance sowie ein Finale, was traditionell in Stockholms Veranstaltungshalle Globen steigt.

Was uns von dort als Nachricht erreicht, ist wie immer wichtig. Nicht jedoch, dass einmal mehr Elisabeth Andreassen teilnehmen wird. Und zwar auf Geheiß der Veranstalter, die die fünfmalige norwegische, fünfmalige schwedische Vorentscheidungssängerin wie viermalige ESC-Teilnehmerin und einmalige Siegerin mit Hanne Krogh 1985 unbedingt anheuern wollten. Wahrscheinlich um ein inzwischen gealtertes Schlagerpublikum für die Popshow, zu der das Melodifestivalen mittlerweile wie in vielen Ländern wurde, bei Laune zu halten.

Die wichtigste Nachricht ist aber, dass unter den Kandidaturen auch ein Künstler in den Fünfzigern ist, der allerdings als Frau auftritt, als Drag, und eine Art Schlagerperformance abliefern wird. Er tat das bereits einmal, allerdings ohne Erfolg.

Ich finde das bedenklich. Drag Queens, also die Fummeltrinen, die untenrum Männer sind und oberflächlich so tun, als seien sie Diven, wirken auf mich nicht politisch oder emanzipiert, sondern lächerlich, vor allem unpassend angezogen.

Das Kalkül, so flötete mir ein Vögelchen aus dem schwedischen Fernsehen zu, ist simpel: Drags eignen sich, die Schlager-Ironiker zu begeistern. Soll wohl heißen: Angefummelt wirkt noch jede Nummer schlagerhaft-zarah-leanderoid bescheuert.

Ich kann das nur unterstreichen: Wer Drag-Performer in eine Vorentscheidung schickt, will eigentlich nicht, dass sie gewinnen, denn Männer in Frauenkleidern liebt das Publikum – das heißt: jenseits des Szenepublikums von Fans – so gar nicht.

Verka Serduchka war nicht erfolgreich, weil sie eine Drag war, sondern weil ihr Act witzig wirkte – außerdem wusste kein Mensch in Europa außerhalb der Ukraine, dass sie keine Putzfrau ist, sondern ein Künstler aus Kiew. Dana International für Drag zu halten, geht fehlt: Die Israelin ist eine Frau, die biologisch mal ein Junge war. Und Sestre aus Slowenien oder Drama Queen aus Dänemark waren die Belege, dass Männer in Fummeln nicht einmal viele Mitleidspunkte sammeln – zumal ihre Lieder grottig waren.

Will sagen: Schweden war zuletzt schwach und erfolglos. Ein ästhetisches Konzept, das auf eine Drag zur Volksbelustigung setzt, ist keines, das auf Triumph setzt. Schade um Schwedens große Grand-Prix-Tradition – Abba … das war einmal!

Skandinavischer Block?

12. April 2010

Kümmern wir uns heute um Skandinavien. Dieser nördliche Teil, der Finnland außer Acht lässt, weil es sich selbst zu diesem politgeographischen Block nicht gezählt wissen will, hat in der ESC-Geschichte einen berüchtigten Ruf. Im Sinne Konrad Adenauers gesprochen: Man kennt sisch, man hilft sisch. In den trüben Sechzigern bekamen Skandinavier oft nur Punkte von ihren Nachbarn.

Seit zwei Jahren sind jeweils Island, Schweden, Norwegen, Dänemark und Finnland ins Finale gelangt. Ob es dieses Jahr auch dazu kommt, ist nicht ganz so eindeutig.

Der Norweger steht ohnehin bereits in der Endrunde. Didrik Solli-Tangen ist ein idealer Interpret von soundkräftigen Musicals. Er ist der Schnulzier dieses Jahr, er gilt in seiner Heimat als Erbe Alexander Rybaks. Wuchtig und schwer ist sein Lied (Video), sentimental und kitschig, wie es sich für eine Ballade gehört. Er wird allerdings nicht gewinnen – dieses Saccharin tropft doch zu stark ins Gemüt. Ein Zuckerschock in drei Minuten!

Das dänische Mann-Frau-Duo hingegen, Chanée & N’evergreen, die als Außenseiter die Vorentscheidung in Alborg gewinnen konnten, verkörpern die Klassik des modernen ESC: ein Lied mit bewegendem Refrain (Video), dessen letzter zu einer hymnischen Rückung sich emporschwingt; zwei Interpreten, die gesanglich stehen, was sie zu singen beabsichtigen; außerdem werden sie sich wieder in einen gigantischen Windstrom stellen. Ich schätze, die kommen nicht nur ins Finale, sondern dortselbst auch in die Top 5.

Islands Hera Björk ist der Liebling homosexueller ESC-Fans. Sie ist klein, knuddelig, munter, eine Stimmungskanone – eine Freundin, mit der man gern um die Häuser zieht. Ihr Lied fängt bedachtsam an, um in klassischen Eurodancepop zu münden (Video). Sie kommt natürlich ins Finale, auch wenn sie im ersten Halbfinale auf keine skandinavische Punktesolidarität bauen darf; Dänemark und Schweden sind nämlich im zweiten Semifinale am Start.

Anna Bergendahl aus Schweden repräsentiert eine ehemalige Großmacht des ESC. Aber in den vergangenen Jahren, aller Popularität der Vorentscheidung namens Melodifestivalen zum Trotz, hat das Land Abbas eher geröchelt und gestottert als dass es ernsthaft versucht hätte, Europa ein verführerisches Angebot zu machen. Die Bergendahl muss bangen, ins Finale zu kommen – ihr Lied leidet ein wenig an schwerfälliger Wiedererkennbarkeit (Video). Es ist nett und niedlich, aber kein Song, der einen sagen lässt: Mann, die verdient jetzt einen Anruf! Eher denkt man: Es war einmal ein Land, das instinktiv ahnte, was Europa gern hat – und dieses Talent nun heftig eingebüßt hat.

Ich würde sagen: Skandinavien wird dieses Jahr nicht im Block im Finale stehen.

In der nächsten Folge: die mediterranen Acts.

P.S.: Eine Anmerkung in eigener Sache sei mir vorweg gestattet: Es erschließt sich mir so gar nicht, warum manche Forumsteilnehmende, die meine Wahrnehmung nicht teilen, so beleidigend werden. Ich muss mal fragen: Hilft das, die innere Charakterbildung zu festigen? Nützt das wem sonst? Wie wäre es mit einer Diskussion unterschiedlicher Meinungen und Ansichten ohne persönliche Beleidigungen der Diskutanten?

Zehn Gedanken zum Grand Prix Jahr

30. Dezember 2008

Zum Jahresende wird gezündelt, Foto: Picture Alliance 

1. Eigentlich war der ESC fast wie immer: Starke Aufregungen, viele Enttäuschungen und eine geringe Menge an magischen Momenten. Sprich, ein durchwachsener Jahrgang.

2. Ein Russe namens Dima Bilan hat gewonnen. Bei seinen zwei Teilnahmen war er nicht so erfolgreich wie Johnny Logan – der schaffte auf Anhieb zwei Siege – aber besser im Rennen als Katja Ebstein. Die durfte sich auch bei der dritten Teilnahme nicht die Krone aufsetzen.

3. Russland durfte mal gewinnen. Das Vereinigte Königreich hat vom Debüt bis zum Sieg zehn Jahre benötigt, Russland derer vier mehr. Es ist nur gerecht, dass das wichtigste europäische Land zeitgenössischer Popmusik auch mal ganz vorne landet.

4. Die No Angels waren ein deutscher Act, der entfernter von Deutschlands ESC-Auftakt 1956 nicht sein konnte -  neben Freddy Quinn auch Walter Andreas Schwarz mit “Im Wartesaal zum großen Glück”. Damals eine bedeutungsaufgeladene Liedgeschichte in den Wirren Nachkriegsdeutschlands. Heutzutage eine Vierfrauenformation, die das Verschwinden der Liebe auf das Niveau einer Trivialität herunterschraubt. Welch ein Missverständnis, welch verständlicher letzter Platz.

5. Osteuropa hat einmal mehr dominiert. Ukraine, Georgien, Russland – alle früheren sowjetischen Teile lagen irgendwie vorne. Das langweilte! Und erinnerte an früher: Eine Menge Länder gehen an den Start und dann gewinnt ein französischsprachiges Lied.

6. Die Juryentscheidung ist tendenziell eine unkluge. Der Beweis? Charlotte Perrelli. Unter ihrem einstigen Familiennamen Nilsson gewann sie 1999 mit einer altmodischen, wenngleich erfrischenden Abba-Kopisten-Nummer. Nach Belgrad kam sie nur, weil in Schweden die Jurys ganz auf ihrer Seite waren, nicht die viel populärere Sanna Nielsen. Und in der serbischen Hauptstadt stolperte sie nur ins Finale, weil wiederum die Juroren mit ihr waren – frei nach dem Motto: Das, wenngleich stark geglättete, Gesicht kennen wir, also nehmen wir die. Liegt es schlicht an der grundsätzlichen Ramsch-Mentalität von Preisgerichten? Sie werden es in Moskau einleuchtender halten müssen.

7. Österreich hat niemand ernsthaft vermisst. Beleidigtheit stiftet nur Achselzucken, keine Solidarität.

8. Erstaunlich, dass die Türkei wie Griechenland meist vorne liegen – Erfahrungen im Musik-Entertainment, das sich kommerziell auf den Dancefloors des Mittelmeeres beweisen muss, sind offenbar kostbar.

9. Eurodance wie aus Island dieses Jahr lohnt sich offenbar doch. Der Song muss nur  von Männern dargeboten werden, die irgendwie essgestört-dünn aussehen. Ein beängstigender Trend?

10. Moskau wird den größten ESC aller Zeiten erleben, noch kostspieliger als der Kopenhagens 2001, als man das Parkstadion überdachen ließ und 45.000 Zuschauer vor der Bühne Platz nahmen. Ob es magische Momente geben wird, bleibt trotzdem offen. Sicher ist: Portugal soll weitermachen, wie es mit “Senhora do mar” begann – elegisch. Der Siegertitel von Moskau wird eine Ballade sein, ohne viel Lärm in Takt und Ton.

Putins Diktat: Moskau

5. August 2008

Dass der russische TV-Kanal Ch1 sich schließlich für Moskau als Ort des 54. ESC entschied, ist keine Überraschung. St. Petersberg hätten die meisten Fans zwar lieber gewesen, weil es einfach nicht so teuer ist wie die Hauptstadt des Landes. Zwei Wochen Proben möchten bezahlt sein: Hotel, Flug, Essen, Getränke und ein wenig Nachtleben – das zehrt in Moskau garantiert mehr. Aber was kann schon ernsthaft gegen Moskau sprechen, nachdem selbst der “Spiegel” es neulich zur coolsten zeitgenössischen Stadt des Kontinents erklärt hat. Moskau ist eine Prestigefrage gewesen, hieß es aus Kreisen von russischen ESC-Fans wie aus dem Umfeld der Regierungsopposition.

Blick auf den Kreml. Foto: dpa

Nebenbei: Nur selten hat ein Land einen ESC nicht in seiner Hauptstadt ausgerichtet, schon gar nicht beim Debüt. Schweden entschied sich 1975 auch für seine Hauptstadt, als es erstmals einen ESC ausrichtete, danach erst kamen Göteborg und Malmö dran; Norwegen hingegen ließ das Festival 1986 in Bergen ausrichten, nicht in Oslo, der Hauptstadt.

Jedenfalls: Wladimir Putin, Ministerpräsident und Expräsident, wollte Moskau als Austragungsort – und mit der Sponsorenkraft von Oligarchen soll aus dem nächsten ESC der größte und prächtigste seiner Geschichte werden. Die Halle steht noch nicht fest, die bestimmt die ESC-Geschäftsführung mit, weil von ihr auch die Hälfte des Geldes stammt, das in dieses Event fließt. Aber Experten aus Russland sagen, dass es die Halle des Olympiakomplexes sein wird, eine Monsterbehausung mit 46.000 Zuschauern Fassungsvermögen. Es wäre die zweitgrößte ESC-Halle aller Zeiten – die publikumsstärkste Bühne gab es 2001 in Kopenhagen, als eigens für das Festival ein Fußballstadion überdacht wurde und hernach 50.000 Männer und Frauen Platz fanden.

Gelebte Pluralität

24. Juni 2008

Die Skandinavier wissen offenbar seit Jahren, wie es geht: Das schwedische Melodifestival ist seit jeher ein Popfestival – die Einschränkung auf einen Musikstil, gar in Richtung Schlager, ist dort nicht bekannt . Gewählt wird, was gefällt. So können durch die schwedischen Vorrunden, die Trostrunde wie das Finale alle Stile die Zuschauer gewinnen – und am Ende landen irgendwie ziemlich viele Songs in den Charts. Jazz, Pop, Dance, Ballade … alles war in den vergangenen Jahrzehnten vertreten. Einen Schönheitsfehler hat das schwedische Unterfangen nur: Die Ästhetik, der sich dieses Land am ehesten bedient, ist eine, die durch Abba am krassesten auf den Punkt gebracht wurde. Happy-Go-Lucky, unbeschwertes Drauflosmusizieren, hin und wieder garniert durch eine melancholische Note.

Seit 1975, streng genommen, senkt sich aus Schweden kommend eine Art Abba-Mehltau über den ESC: Irgendwie wirkte selbst dieses Jahr Charlotte Perrelli wie eine hysterische Fassung von “Waterloo” plus “Take Me To Your Heaven”. Nie klang Schweden wirklich zeitgenössisch in den vergangenen Jahren – immer nur abbaesk. Die Perrelli müsste den Schweden ohnedies der Beweis sein, dass das Publikum nicht irrt: Denn die ESC-Siegerin von 1999 kam in Belgrad nur durch Juryzusatzvoting ins Finale, wo sie elend unter sehr ferner sangen landete. Aber in Schweden hatte sie ja auch nicht das Televoting gewonnen. Das war Sanna Nielsen mit einer bestürzend schönen Ballade, die auf ihre Art auch ein Bruch mit der Abba-Ästhetik war.

Will sagen: Das schwedische System kann vor allem deshalb für Deutschland kein Vorbild sein, weil in der ARD nach wie vor ein Publikum dominiert, welches eher auf die Ästhetik von Dschinghis Khan abfährt, also auch Lou und Corinna May gewinnen ließ. In Deutschland mag man den Stilmix nicht so sehr – dominant ist eine Haltung, die doof findet, was der Nachbar gutheißt. Schwedens System ist für Deutschland eine Utopie: Dass wirklich alle Stile miteinander rivalisieren. Dass nicht wieder ein Schlager gewinnt. Carola und die Perelli sind auf ihre Weise die Lous und Corinna Mays Schwedens: international chancenlos, selbst wenn man Carolas vordere Platzierung als Argument anführt. Wirklich in Siegesnähe war sie nicht.

Über die anderen Länder nur so viel: Finnland weiß sich endlich seiner jüngeren Zuschauer sicher, seit Lordi zufällig die Vorauswahl gewann und international durchstartete. Norwegen hat nur noch Glück, wie dieses Jahr mit “Hold On, Be Strong”. Aber dort hatte man in den letzten Jahren neben Balladen und Glamourrock auch viele Schrecklichkeiten. Aber immerhin: Die Quote stimmt. In allen skandinavischen Ländern ist die ESC-Vorauswahl ein TV-Juwel, an dessen Bedeutung nur noch Sportereignisse wie die Eishockey-WM oder die Fußball-Europameisterschaft dieser Tage heranreicht.

Für Deutschland heißt das: Von Skandinavien lernen, heißt, ein Herz für viele Stile zu haben und sie in die Sendung zu bringen. Das Publikum wird es mögen, behelligt man es nicht nur mit Schlager oder erstaunlich langweiligem Air-Play-Pop.